HomeLEBENFinanzenHeute schon an morgen denken - Babyboomer und die Pflegeversorgung

Heute schon an morgen denken – Babyboomer und die Pflegeversorgung

Ein Gastbeitrag von Tim Liedmann

In der Gesellschaft ist die Beachtung und Vorbereitung auf die Zukunft von zentraler Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die Pflege und die damit verbundene Pflegeversorgung. Mit einer demografischen Verschiebung hin zu einer alternden Bevölkerung rückt das Thema Pflege immer stärker in den Fokus. Es ist eine dringende Notwendigkeit, die Herausforderungen und Bedürfnisse im Bereich der Pflege frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Die Generation der Best Ager, Menschen zwischen 45 und 65 Jahren, steht hierbei im Zentrum der Betrachtung.

Sie sind es, die in den kommenden Jahren zunehmend Pflegeleistungen in Anspruch nehmen werden, aber auch diejenigen, die für ihre Angehörigen sorgen müssen. Gleichzeitig sind sie gefordert, sich um ihre eigene zukünftige Pflege und Vorsorge zu kümmern. Daher ist es für diese Generation von entscheidender Bedeutung, sich frühzeitig und umfassend über aktuelle Entwicklungen und Möglichkeiten in der Pflege zu informieren und entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Tim Liedmann, Experte für die Versorgung der alternden Bevölkerung und Senior Manager im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens bei der Firma Borchers, gibt in einem Gastbeitrag einen Einblick in dieses Thema.

Herausforderungen und Veränderungen in der Pflege

Die alternde Bevölkerung und die damit verbundene steigende Anzahl von Pflegebedürftigen stellen unsere Gesellschaft vor erhebliche Herausforderungen. Es wird erwartet, dass die Anzahl der Menschen, die Pflege benötigen, in den nächsten Jahren deutlich ansteigen wird. Diese Entwicklung erfordert eine Anpassung und Erweiterung der Pflegeinfrastruktur. Sowohl öffentliche Einrichtungen als auch private Unternehmen sind gefordert, ihre Bemühungen zu intensivieren, um die notwendigen Kapazitäten und Strukturen zu schaffen. Es bedarf einer engen Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheits- und Sozialwesen, um eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Pflege sicherzustellen.

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© Jack Finnigan (Unsplash)

Dabei gilt es, innovative Lösungen zu entwickeln und bewährte Ansätze weiter auszubauen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Anforderungen der Pflegebedürftigen gerecht zu werden. In diesem Prozess spielt die Bevölkerungsgruppe zwischen 45 und 65 Jahren eine zentrale Rolle, da sie sowohl als Pflegende als auch als Pflegeempfänger beteiligt sind. Ihre Erfahrungen, Wünsche und Bedürfnisse sollten in die Planung und Gestaltung der Pflegeangebote einfließen.

Vorbereitung und Planung für die Zukunft

Die Pflege und Vorsorge im Alter erfordern eine sorgfältige und umfassende Planung. Es ist wichtig, dass sich die Best Ager rechtzeitig mit den verschiedenen Pflegeoptionen auseinandersetzen. Dazu zählen etwa ambulante Pflege, betreutes Wohnen und stationäre Pflegeeinrichtungen. Jede dieser Optionen hat ihre Vor- und Nachteile und muss auf die individuellen Bedürfnisse und Lebensumstände abgestimmt werden. Neben der Pflegeplanung ist es auch entscheidend, sich um eine ausreichende Vorsorge zu kümmern. Eine private Pflegezusatzversicherung kann dazu beitragen, die finanzielle Belastung im Pflegefall zu reduzieren.

Es ist ratsam, sich frühzeitig über die verschiedenen Angebote zu informieren und eine Entscheidung zu treffen, die den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht. Darüber hinaus sollten die Best Ager auch Maßnahmen zur Erhaltung ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit treffen. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und geistige Aktivitäten können dazu beitragen, die Selbstständigkeit im Alter zu fördern und das Risiko von Pflegebedürftigkeit zu reduzieren. Ein aktives und gesundes Leben ist eine der effektivsten Vorsorgemaßnahmen für ein gutes Altern.

Gesellschaftliche Aspekte und das soziale Umfeld

Neben der individuellen Vorsorge und Planung spielen auch das soziale Umfeld und die Gemeinschaft eine entscheidende Rolle in der Pflege. Soziale Kontakte und ein aktives gesellschaftliches Engagement tragen maßgeblich zur Lebensqualität und zur psychischen Gesundheit im Alter bei. Sie können dazu beitragen, das Gefühl der Isolation zu verringern und ein unterstützendes Netzwerk aufzubauen, das im Falle einer Pflegebedürftigkeit hilfreich sein kann. Die betroffene Altersgruppe zwischen 45 und 65 Jahren sollten daher ermutigt werden, ihre sozialen Kontakte zu pflegen und sich in ihrem Umfeld zu engagieren. Eine solidarische Gemeinschaft, in der Menschen füreinander einstehen und einander unterstützen, kann dabei helfen, die Herausforderungen des Alterns und der Pflege zu meistern.

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© Dominik Lange (Unsplash)

Dabei sind auch Initiativen und Programme von öffentlichen und privaten Institutionen gefragt, die den sozialen Zusammenhalt und das Miteinander fördern. In diesem Zusammenhang wird deutlich, dass die Pflege nicht nur eine individuelle, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe ist, die ein gemeinsames Engagement und Verantwortung erfordert.

Schlussbetrachtung: Zukunft der Pflege

Die Zukunft der Pflege stellt uns vor große Herausforderungen, birgt aber auch Chancen. Mit der steigenden Lebenserwartung und der alternden Bevölkerung nimmt die Bedeutung der Pflege stetig zu. Es ist an der Zeit, dass wir gemeinsam die Weichen für eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Pflegeinfrastruktur stellen. Jeder Einzelne kann seinen Beitrag dazu leisten, indem er sich rechtzeitig informiert, Vorsorge trifft und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnimmt. Auch der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Politik, Gesundheits- und Sozialwesen sind entscheidend, um innovative Lösungen zu entwickeln und die Versorgung der alternden Bevölkerung sicherzustellen.

In dieser Hinsicht sind die Best Ager eine wichtige Ressource, da sie sowohl als Pflegende als auch als Pflegeempfänger eine entscheidende Rolle spielen. Ihre Erfahrungen, Wünsche und Bedürfnisse sollten in den Mittelpunkt der Planung und Gestaltung von Pflegeangeboten gestellt werden. Auf diese Weise können wir eine Pflegeinfrastruktur aufbauen, die den Anforderungen der Zukunft gerecht wird und jedem Einzelnen die bestmögliche Versorgung und Unterstützung im Alter bietet.

Autor Tim Liedmann

Tim Liedmann, Gastautor zum Thema Pflegeversorgung
© Tim Liedmann

Tim Liedmann ist Miteigentümer und Senior Manager im Gesundheits- und Sozialwesen bei Borchers & Kollegen und Experte für Altenhilfe. Er verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Beratung von strategischen Entscheidungen und Lösungen im Bereich von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Dabei liegt sein Fokus auf der Analyse und Bewertung des Leistungsangebots im Vergleich zu anderen Einrichtungen und den Marktanforderungen sowie Anpassungen, um es leistungsfähiger und finanzierbar zu machen. Tim Liedmann unterstützt außerdem bei Preisverhandlungen gegenüber dem Kostenträger und agiert zwischen den Marktteilnehmern, um optimale Ergebnisse für alle Beteiligten zu erzielen.

Titelbild © Vlad Sargu (Unsplash)

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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