HomeLEBENJobDas Durchschnittsgehalt in Deutschland - mit 50 bei Männern auf dem Höchststand

Das Durchschnittsgehalt in Deutschland – mit 50 bei Männern auf dem Höchststand

Nach der Ausbildung oder dem Studium starten junge Menschen ambitioniert im Arbeitsmarkt und starten damit, die Karriereleiter hochzusteigen. Ab 50 ist der Zenit meist erreicht. Wie aber sieht eigentlich das Durchschnittsgehalt mit 50 in Deutschland aus? Und reicht das zum Glücklichsein und sorgt es für eine ausreichende Rente? Wir checken die Lohntüten in unserem Land und fassen zusammen, wie es um das Gehalt im Alter bestellt ist.

Wer nicht den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt hat, sich freiberuflich oder als Freelancer durchschlägt oder vom Amt unterstützt wird, der bekommt meist zum Ende des Monats sein Gehalt von seinem Arbeitgeber überwiesen. Und wie Komiker Tedros „Teddy“ Teclebrhan singt:

Ich sag‘: „Bitte tu mein Konto vollmachen mit schönen Gaben“

Teddy Teclebrhan, „Lohn isch da“

Die Vorstellung was eine faire Bezahlung für unsere geleistete Arbeit ist, dürfte mit Ü50 etwas realistischer ausfallen als vielleicht noch mit Mitte 20. Denn wir kennen den Arbeitsmarkt, wissen um den Mindestlohn und haben eine konkrete Vorstellung, wie viel Netto vom Brutto übrig bleibt. Demgegenüber steht das, was wir pro Monat mindestens brauchen, um über die Runden zu kommen. Und wer noch ein paar Taler beiseite schafft oder anlegt, der wird sich dann auch mal ein Motorrad, eine Golfreise oder einen neuen Gasgrill leisten können. Gucken wir also erstmal, was die Menschen zum Glücklichsein brauchen.

Das Durchschnittsgehalt hängt von Alter, Branche und Geschlecht ab
© Alexa (Pixabay)

Studien zu Einkommen und Glücksgefühl

In den letzten Jahren sind zwei bedeutende Forschungen zu dem Thema Einkommen und Glück veröffentlicht worden, die insbesondere die Lebensverhältnisse in den USA zum Inhalten hatten. Diese wollen wir zum Thema Durchschnittsgehalt kurz voranstellen.

Daniel Kahneman und Angus Deaton (2010)

Lange Zeit ging man durch eine Studie von Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und dem Ökonom Angus Deaton von der Princeton University davon aus, dass das Glücksempfinden der Menschen ab einem Jahresgehalt von etwa 62.000 Euro nicht mehr ansteigen würde. Diese Größenordnung muss ja auch erstmal überhaupt erreicht werden. Handwerker und Pflegekräfte werden da sicherlich kurz eine Träne verdrücken. Und der Schmerz wird sich noch steigern.

Matthew Killingsworth (2021)

Denn kürzlich kam der Psychologe Matthew Killingsworth von der Wharton School in Pennsylvania zu der Erkenntnis, dass das aus dem Einkommen entstehende Glücksempfinden der Menschen doch nicht gedeckelt ist. Für seine Studie hat er rund 1,7 Millionen Datensätze von mehr als 33.000 US-amerikanischen Angestellten zwischen 18 und 65 Jahren analysiert. Und so bitter wie es für Geringverdiener ist: Laut Killingsworth sind die Menschen, unabhängig von der Höhe des Gehalts, mit einem höheren Einkommen im Schnitt glücklicher sind als die Menschen mit einem niedrigeren Gehalt. Laut dieser Untersuchung sorgt ein Jahreseinkommen von etwa 67.000 Euro für die maximale allgemeine Lebenszufriedenheit.

Sicherlich lassen sich diese Ergebnisse nicht ungefiltert auf Deutschland übertragen, denn in Amerika spielt der Wohlstand und das Einkommen sicherlich eine größere Rolle als bei uns. Die Gesellschaft dort ist deutlich wettbewerbsorientierter und materialistischer.

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Titelbild © Pixabay (Pexels)

Wie aber sieht grundsätzlich das Durchschnittsgehalt in Deutschland aus?

Das Durchschnittsgehalt in Deutschland

Laut Gehaltsreport 2022 der Jobbörse StepStone liegt das Durchschnittsgehalt als Bruttowert in Deutschland bei 51.009 Euro. Demnach wissen die meisten Arbeitnehmer:innen nicht die Gehälter ihrer Kollegen und Kolleginnen, der Gehaltsstreifen ist ein Tabuthema. Und trotzdem ist das Jahresgehalt für die meisten Jobentscheidungen oder -wechsel das entscheidende Kriterium. Das Durchschnittsgehalt ist allerdings durch besonders wenige, sehr hohe Einkommen etwas verfälscht.

Daher gibt es mit dem Median einen zweiten Wert. Das ist exakt das mittlere Gehalt in Deutschland. Von den gut 46 Mio. erwerbstätigen Menschen ist die Mitte, also das 23-millionste Gehalt, bei 44.074 Euro. Und das ist der etwas realistischere Wert, weil er durch sehr kleine und sehr große Gehälter weniger beeinflusst wird.

Auf leicht abweichende Zahlen kommt das Statistische Bundesamt. Dort wird für den April 2022 ein Monats-Brutto von 4.105 und ein sich daraus ergebender Stundenlohn von 24,77 ermittelt.

Die Top-Berufe 2022

Zuerst einmal wurde festgestellt, dass kleine Betriebe bis 50 Mitarbeiter:innen mit 37.440 Euro deutlich weniger zahlen als kleine und mittelständische Arbeitgeber mit 50 bis 500 Mitarbeitenden, die zahlen ein Durchschnittsgehalt von 44.163 Euro. Unternehmen bis 5.000 Mitarbeiter:innen kommen auf 50.756 Euro und die Spitze bilden Konzerne mit über 5.000 Angestellten und 59.280 Euro.

Die Topverdiener vereinen in ihren Berufen ein hohes Maß an Verantwortung und Fachwissen. Eine fundierte Ausbildung und eine hohe Nachfrage am Arbeitsmarkt tragen außerdem zu den Einkommen bei. Das Durchschnittsgehalt der Top 3 sind

  • Ärzt*innen mit dem Median von 78.317 EUR
  • Vertriebler*innen mit dem Median von 62.379 EUR
  •  Consultants mit dem Median von 62.119 EUR

Top 3 Branchen

Gucken wir uns noch an, in welchen Branchen die höchsten Gehälter erzielt werden. Hier hat Statista für 2021 die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste ausgewiesen.

  • Finanz- und Versicherungsdienstleistungen – 5.762 EUR
  • Information und Kommunikation – 5.427 EUR
  • Energieversorgung – 5.246 EUR

Wer nun aber denkt, er hätte mit Anfang 50 noch genug Zeit, in diese Gehaltsstufen aufzusteigen, der irrt gewaltig. Denn in diesem Alter ist das maximale Durchschnittsgehalt bereits erreicht, ab dann geht es sogar wieder abwärts. So beschreibt es die Wirtschaftswoche. Es gibt natürlich Ausnahmen. Zum Beispiel, wenn ihr statt der Rente noch Präsident von Amerika werdet oder in den Vorstand eines DAX-Unternehmens aufsteigt. Dann reicht es sicherlich auch noch für ein kleines Boot.

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© Slava MKRVSKY (Pexels)

Wir können euch aber grundsätzlich beruhigen, denn durch das Gender Pay Gap verdienen Frauen immer noch durchweg in allen Branchen, Positionen und Altersgruppen als Angestellte deutlich weniger als die männlichen Kollegen. Und auch das Maximum erreichen sie schon in den Vierzigern gut zehn Jahre vor den Männern.

Die meisten von euch haben noch über zehn Jahre im Job vor sich. Daher hoffen wir, dass ihr eine Aufgabe gefunden habt, die euch Spaß macht und mit der ihr ein Einkommen erzielt, welches euch ein sorgenfreies Leben beschert und keine Wünsche offen lässt. Wenn diese sich am Durchschnittsgehalt orientiert oder sogar darüber liegt, ist doch eigentlich alles im Lot.

Titelbild © Steve Buissinne (Pixabay)

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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