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Essen bestellen – und dann? Tipps für Mülltrennung bei Verpackungsabfall

Wir wollen zwar grundsätzlich motivieren, immer frisch und gesund zu kochen. Aber klar landen auch immer wieder mal Gerichte vom Lieferdienst auf dem Tisch. So eine Pizza, etwas Asiatisches oder ein Burger mit Pommes sind natürlich auch echt lecker. Geliefert wird aber nicht nur das Essen, sondern auch eine Menge an Verpackungsabfall, der am Ende entsorgt werden muss. Richtige Mülltrennung schont Ressourcen und Klima, daher sind hier ein paar wichtige Hinweise.

Zum gemütlichen Videoabend in großer Runde schlemmt ihr euch durch Pizza, Croque, Frühlingsrollen und Döner vom Lieferdienst. Danach stapeln sich auf dem Küchentresen etliche Pizzakartons, Menüschalen und isolierte Tüten? Wenn die korrekt getrennt und entsorgt werden, können viele dieser Verpackungen recycelt werden. Damit werden wichtige Rohstoffe zurückgeführt und das Klima geschützt. Ein paar Tipps für die richtige Entsorgung und auch zu Alternativen für To-go-Einwegverpackungen haben wir gerade von der Initiative „Mülltrennung wirkt“ erhalten und bereiten sie hier gern für euch auf.

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© Olegkanina (depositphotos.com)

Mit NOT TOO OLD richten wir uns ja insbesondere an männliche Best Ager, die grundsätzlich schon recht viel Lebenserfahrung mitbringen und auch sehr weise sind. Und trotzdem ertappe ich mich selbst gerade in Sachen Mülltrennung und der korrekten Entsorgung von Verpackungsabfall mit einem Fragezeichen. Gerade bei beschichtetem Papier, leeren Zahnpastatuben und Deos. Daher hatten wir schon mal einen Ratgeber zur Mülltrennung. Der Schwerpunkt auf Lieferdiensten macht aber auch viel Sinn, denn hier entsteht viel besonderer Müll, der in den richtigen Tonnen landen sollte, damit die gebrauchten Einwegverpackungen aus Aluminium, Kunststoff oder Papier recycelt werden können.

„Verpackungsabfall richtig zu entsorgen, ist genauso einfach wie die Essensbestellung für den gemütlichen Videoabend.“

Axel Subklew (Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“)

Einfache Faustregel hilft bei Verpackungsabfall

Für die erste, ganz grobe Orientierung beim Umgang mit Verpackungsabfall hilft eine ganz einfache Grundregel: In die Gelbe Tonne oder in den Gelben Sack gehören ausschließlich gebrauchte und restentleerte Verpackungen, die nicht aus Papier, Pappe, Karton oder Glas sind. Dazu gehören zum Beispiel Leichtverpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech oder Verbundmaterialien wie Getränkekartons. Papier, Pappe und Karton kommen in die Altpapiertonne und Glasverpackungen gehören nach den Farben Weiß, Braun und Grün sortiert in die entsprechenden Altglascontainer.

Tipps für das Entsorgen von Außer-Haus-Verpackungen

Keine Reste in der Verpackung lassen: Essensreste oder Fett können das Recycling von Verpackungen erheblich stören oder sogar verhindern. Alle Einwegverpackungen, ob Pizzakartons, Menüschalen oder Burger-Boxen, müssen vor der Entsorgung restlos geleert werden. Wenn also Essen in den Packungen übrig bleibt, müsst ihr das erst im Hausmüll entsorgen.

Durch Lieferdienste entsteht viel Verpackungsabfall und der sollte korrekt entsorgt werden
© Julia Андрэй (Unsplash)

Pizzakarton – Altpapier oder Restmüll? Grundsätzlich gehört der Pizzakarton in das Altpapier. Aber nur dann, wenn er vollkommen leer und nicht zu schmutzig ist, das heißt maximal etwa ein bis zwei Fettflecken hat. Mit Käse, Saucen oder viel Fett verunreinigte Kartons müssen im Restmüll entsorgt werden.

Wohin mit Menüboxen aus Kunststoff oder Aluminium? Kunststoffverpackungen oder Aluminiumschalen für warme und kalte Speisen komme, ebenfalls immer ohne Essensreste, in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Auch die Deckeln dieser Schalen, meist aus Aluminium oder Folie, gehören dort hinein, nachdem sie von der Schale getrennt wurden. Auch in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack kommt gebrauchte Aluminiumverpackung zum Beispiel von Dönern oder Wraps. Wie bei dem anderen Verpackungsabfall gilt auch hier: Die Folie muss weitestgehend frei von Saucen oder anderen Essensrückständen sein.

Dürfen Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen in die Biotonne? Bringt der Lieferdienst Einwegverpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen wie Burgerboxen oder Menüschalen, dann dürfen diese nicht im Biomüll entsorgt werden. Sie müssen, wie alle anderen Kunststoffverpackungen, in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack entsorgt werden.

Was tun mit Warmhaltebeuteln und anderen Verpackungen aus beschichtetem Papier? Pommes, Frühlingsrollen und ähnliche Speisen werden oft in isolierenden Warmhaltebeuteln geliefert. Sie bestehen außen aus Papier, innen aus Aluminium- oder Kunststoffschichten, die warmhalten und schützen. Verbundverpackungen wie diese kommen in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Das gilt auch für Menüschalen aus beschichtetem Papier oder Karton, in denen zum Beispiel häufig asiatische Nudelgerichte oder Reis verpackt werden.

Mehrweg statt Einweg – Verpackungsabfälle vermeiden: Restaurants, Lieferdienste und Caterer (mit Ausnahme von kleinen Betrieben wie zum Beispiel Imbissbuden) müssen neben Einwegverpackungen auch Mehrwegverpackungen für Außer-Haus-Gerichte und -Getränke anbieten. Kleinere Betriebe, die gesetzlich nicht unter diese Angebotspflicht fallen, müssen Kund*innen erlauben, mitgebrachte Mehrwegbehälter zu nutzen. Für Pizzakartons gilt die Mehrwegangebotspflicht allerdings noch nicht.

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© Jon Tyson (Unsplash)

Verpackungsrecycling ist eine wichtige Rohstoffquelle

Das Öko-Institut hat berechnet, wie effektiv das Recycling von Verpackungen ist: Durch die Verwertung von Verpackungen aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack, aus Glas sowie aus Papier, Pappe und Karton werden in Deutschland jährlich 1,95 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Das Verpackungsrecycling erzeugt rund vier Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe pro Jahr, die eine bedeutende Quelle für die Herstellung neuer Produkte darstellen.

Über „Mülltrennung wirkt“

Die Initiative „Mülltrennung wirkt“ wurde von den dualen Systemen in Deutschland ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit ihren Dienstleistern aus der Entsorgungs- und Recyclingbranche organisiert sie die Sammlung, Sortierung und Wiederverwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen. Das Verpackungsgesetz bildet die Grundlage für ihre Aktivitäten. Derzeit sind zehn duale Systeme an der bundesweiten Initiative „Mülltrennung wirkt“ beteiligt. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Bevölkerung über die korrekte Abfalltrennung und das Recycling von Verpackungsabfall aufzuklären, falsche Vorstellungen und Mythen zu beseitigen und möglichst viele Menschen dazu zu ermutigen, sich zu beteiligen.

Titelbild © serenzniy (depositphotos.com)

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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