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Studieren im Alter – hilfreiche Tipps für Studenten über 50

Wir lernen ein Leben lang. Da die Frequenz der Dinge, die wir zum ersten Mal erleben, mit zunehmendem Alter aber immer weiter abnimmt, kommt es uns vor, als würde die Zeit immer schneller laufen. Dagegen könnt ihr etwas tun. Zum Beispiel Studieren im Alter. So bringt ihr die grauen Zellen in Wallung und verschafft euch vielleicht sogar noch neue berufliche Optionen für das letzte Drittel auf der Karriereleiter. Wir fassen für euch zusammen, welche Möglichkeiten es gibt.

Zuerst einmal müsst ihr die Blockade in eurem Kopf lösen. Denn wer an Studenten denkt, der hat junge Menschen im Kopf, die viel feiern, nebenbei in der Gastronomie arbeiten, oft klug daherreden und noch keine Ahnung davon haben, was sie im Berufsleben wirklich erwartet. Wer sich mit dem Studien im Alter befasst, der ist hier der Silberrücken auf dem Affenfelsen. Aber das eröffnet auch die Chance, sich mit anderen Generationen in den Austausch zu begeben. Und auch das kann sehr erfrischend sein.

Studieren im Alter – Gründe

Die Gründe, sich im Alter für ein Studium zu entscheiden, sind vielfältig. Vielleicht seid ihr über 50 und somit schon mindestens 25 Jahre im Job. Das kann dazu führen, dass der berufliche Alltag keine Herausforderungen mehr bereithält und sich eine gewisse Routine eingeschlichen hat. Das kann zu Langeweile führen und den Wunsch verstärken, beruflich nochmal neue Wege zu beschreiten. Dabei kann ein Studium durch den gelernten Stoff und den Abschluss helfen.
Auf der anderen Seite pustet ihr mit einem Studium im Alter auch den Kopf frei, denn die Klausuren und Vorlesungen erfordern einen wachen Geist, viel Aufmerksamkeit und Einsatzbereitschaft. Ihr müsst mitdiskutieren, wissenschaftlich arbeiten und recht viel Stoff lernen. Das tut ihr auch im Austausch mit meist deutlich jüngeren Kommilitonen, die in vielen Dingen andere Werte und Vorstellungen haben. Seid da aber nicht zu eitel, wenn euch die jungen Leute nicht immer gleich in ihren Kreis aufnehmen. Wenn ihr also nicht als Gasthörer im Audimax sitzt, sondern ein reguläres Studium antretet, dann kommt recht viel Arbeit auf euch zu.

Studieren im Alter ist kein Selbstgänger, sondern erfordert Einsatz und Disziplin - und Recherche in der Bibliothek
© Dmitrij Paskevic (Unsplash)

Voraussetzungen & Abschlüsse

Um ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Fernuni zu beginnen und sich einschreiben zu können, ist eine Hochschulzugangsberechtigung in Form eines Abiturs oder einer Fachhochschulreife erforderlich. Seit einigen Jahren genügt bei einigen Universitäten auch eine abgeschlossene Berufsausbildung in Verbindung mit Berufserfahrung, um zu einem Studium zugelassen zu werden. Dann erfolgt die Aufnahme meist nach einem Eingangstest. 
Üblicherweise gibt es keine Altersbegrenzung, lebenslanges Lernen soll grundsätzlich möglich sein. Allerdings haben einige Hochschulen eine Altersobergrenze festgelegt, meist bei 55 Jahren. Insofern müsst ihr die Zugangsbedingungen direkt erfragen. Wenn das Studieren im Alter an der von euch ausgesuchten Hochschule möglich ist, dann könnt ihr dort sogar einen Abschluss als Bachelor, Master oder Doktor erreichen, wenn alle erforderlichen Prüfungen abgelegt werden. So ein akademischer Grad kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn ihr euch beruflich neu ausrichten wollt.

Das Seniorenstudium – Drei Varianten

Neben der Möglichkeit, an einer normalen Universität oder Fachhochschule ein Studium zu beginnen, gibt es mittlerweile aufgrund der steigenden Nachfrage auch Angebote, die direkt auf ältere Menschen und Senioren zugeschnitten sind. Die heißen dann Seniorenstudium, Studium 50 plus oder Studium im Alter. Die so bezeichneten Studiengänge richten sich mit speziell auf Senioren abgestimmten Vorlesungen an die älteren Semester. Und neben der Möglichkeit, einen Abschluss zu erlangen, bieten einige Hochschulen auch ein Studium als Gasthörer ohne Abschluss. Das dient dann wirklich nur der eigenen geistigen Weiterentwicklung. Insofern entscheidet ihr euch für eine dieser drei Möglichkeiten:

Vollzeitstudium

Mit dem Abitur, der Fachhochschulreife oder einem gleichwertigen Abschluss kannst du ein Studium mit einem Abschluss als Bachelor oder Master angehen. Wenn du dich für eine Universität entschieden hast, musst du die Zugangskriterien prüfen und checken, ob es eine Altersgrenze oder andere Beschränkungen gibt. Wenn du dir berufliche Vorteile vom Studieren im Alter versprichst, dann ist diese Wahl die richtige Lösung, aber auch die intensivste und herausfordernste Aufgabe.

Studieren im Alter heißt auch Schulbank drücken
© Mikael Kristenson (Unsplash)

Gasthörerstudium

Hiermit kannst du Vorlesungen besuchen und so dein Wissen und deinen Horizont erweitern. Hier musst du erfragen, ob die Zahl der Studienplätze begrenzt ist und ob es noch freie Plätze gibt. Einen Abschluss erzielst du mit einem Gasthörerstudium allerdings nicht. Und somit hast du auch keinen Prüfungsstress, denn du musst nicht an den Klausuren teilnehmen. Vorteil ist, dass du dich hier nicht für ein Studium entscheiden musst, sondern fächerübergreifend lernen kannst.

Zertifikatsstudium

Das Zertifikatsstudium ist eine Sonderform für das Studieren im Alter und wird laut des Akademischen Vereins der Senioren momentan an elf Universitäten angeboten. Auch hier wird kein Abschluss erlangt, allerdings bekommen die Absolventen ein Zertifikat als Anerkennung. Damit kann man beim Arbeitgeber möglicherweise punkten.

Studiengänge

Bei der Wahl der Fachrichtung gibt es keine Einschränkungen. Auf der anderen Seite macht ein Studium auf Lehramt mit 50plus nur noch wenig Sinn, denn eine Anstellung als Lehrer wird man kaum auf den letzten beruflichen Metern bekommen. Viele der Menschen, die sich für das Studieren im Alter entscheiden, die interessieren sich für Geschichtsstudiengänge, für Philosophie, Literatur oder andere Geisteswissenschaften. Aber auch Musik, Psychologie, Jura oder Medizin wird zum Teil von älteren Semestern belegt.

Kosten

Feste Studiengebühren gibt es nicht mehr, für das Studieren im Alter zahlst du nur noch einen Semesterbeitrag, der je nach Hochschule und Bundesland variiert und zwischen 120 und 400 Euro liegt. Weitere Kosten entstehen durch Material, durch Extra-Veranstaltungen oder Exkursionen. Tatsächlich gibt es aber eine Art BAföG für ältere Studierende, welches über Fördervereine läuft. Auskünfte dazu gibt es an den Hochschulen.

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© Vasily Koloda (Unsplash)

Linktipps

Universitäten fürs Studieren im Alterhochschulkompass.de
Fernunis für Studenten 50plusfernstudieren.de
SeniorenuniversitätEZUS

Titelbild © michaeljung (Shutterstock)

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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