Ü50 Gamer – Auch als Vater ist man zum Zocken nie zu alt…

Vor lauter medialer Kompetenz und Verantwortung verlieren wir uns im Laufe unseres „Vater sein“ selbst aus dem Blick. Wer hat nicht schon einmal abends heimlich an der Konsole der Kids gesessen und gezockt? Viele Väter waren in ihrer Jugend selbst passionierte Zocker und müssen nun entscheiden, wie lange ihre Kinder spielen dürfen.

Das Kind im Manne – gemeinsam mit den Jungs zocken

Klar, einige Männer sind spielfreudiger als andere. So gibt es Männer, die in ihrer Freizeit regelmäßig mit ihren Freunden pokern und gern am Nachmittag auf die Wiese gehen, Frisbee oder Fußball spielen und eine Runde am PC oder an der Konsole zocken. Doch nicht in jedem Vater ist das Kind im Manne derart ausgeprägt. Bei vielen Papas ist der Spieltrieb tief in ihrer Seele vergraben. Es ist die Zeit, die Lust auf das Spielen wieder neu zu entdecken.

Spielen macht Spaß, ist wichtig für die Familienbindung und sorgt für eine direkte Verbindung zu den Kindern. Wenn wir dabei sind, über die Mediennutzung zu sprechen, sollten wir auch digitale Medien und Spielekonsolen nutzen, um mit den Jungs davor zu sitzen und zu zocken. Zum einen verbringen wir Papas gemeinsame Zeit mit unseren Kindern. Zum anderen können wir uns einen Eindruck davon verschaffen, was unsere Kids gerade spielen.

Gastautor Mario Förster beim Zocken mit den Kindern

Über den Autor

Mario ist ein Beispiel dafür, dass Gaming keine Altersgrenzen kennt. Seit 2013 ist er Herausgeber von Netpapa.de und Vaterzeiten.de,  angesagten digitalen Onlinemagazinen und Fulltime-Blogger. In seiner Jugend hat er das Gaming mit Counterstrike begonnen, dann in den 90‘ Jahren die ersten LAN-Partys, und die beschwerlichen Anreisen mit dem Monitor unterm Arm. Und auch mit Ü50 geht’s weiter durch die Battlefield Reihe und gemeinsamen Fun im Clan.

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Verteilung der Gamer in Deutschland nach Alter

Statistik: Verteilung der Videogamer in Deutschland nach Alter im Jahr 2020 | Statista
Mehr Statistiken gibt es bei Statista


Facts: 

Im Jahr 2020 sind 15 Prozent aller Gamer in Deutschland mindestens 60 Jahre alt. Laut Quelle werden hier Personen gezählt, die zumindest gelegentlich Computer- und Videospiele spielen. Dabei ist es unerheblich, ob auf PCs, Konsolen, Smartphones, Tablets oder Handhelds gespielt wird. Rund 8 Prozent der Computerspieler sind 9 Jahre alt oder jünger. Auf die 10- bis 19-Jährigen entfallen 16 Prozent, 14 Prozent sind 20 bis 29 Jahre alt und 16 Prozent der Gamer sind zwischen 30 und 39 Jahre alt. Die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen stellt 14 Prozent der Computerspieler, bei den 50- bis 59-Jährigen sind es 17 Prozent.
Quelle: F. Tenzer, 03.04.2020  de.statista.com

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Digitales Gleichgewicht – so viel dürfen Kinder heute zocken?

Die Eltern sollten sich wirklich interessieren, mit wem die Kinder digital ihre Freizeit verbringen. Viele der Games sind Social Games. Hier können unsere Jungs mit ihren Kumpels digital in Verbindung treten. Du solltest regelmäßig kontrollieren, was deine Kinder im Chat schreiben. Es geht nicht darum, hinter unseren Kindern her zu schnüffeln. Gerade im Netz lauert die Gefahr, dass sich andere User als Kinder ausgeben und sich somit Zutritt zu den Kinderspielen und den Gaming Chats verschaffen. Von daher sollten wir Eltern von Anfang an auf eine Sensibilisierung setzen und mit unseren Kindern offen und transparent über die Gefahren im Netz sprechen.

Ich kontrolliere weniger gern die Spiele, ich teste sie gemeinsam mit meinen Jungs. So bekommen wir alle ein gutes Gefühl für das Spielen und können als Familie entscheiden, ob sich ein neues Spiel für uns eignet. Vor ungefähr drei Jahren habe ich selbst aufgehört zu zocken. Heute spiele ich ab und zu mit meinen Jungs Minecraft und Fortnite. Natürlich wollen wir nicht die Gefahren digitaler Medien und den damit verbundenen Spielen aus dem Blickfeld verlieren. Von daher sollten wir zwischen dem Konsum und der Spielzeit sowie der Lernzeit am PC, an der Konsole und am Laptop unterscheiden.

Die Gefahren der Video- und PC-Spiele nicht unterschätzen

Die Videospiele haben echtes Suchtpotenzial. Wer schon selbst gezockt hat, weiß ganz genau was es bedeutet, nach 1 Stunde auf die Uhr zu gucken und sich zu fragen, wo die Zeit hin ist. Die Kinder versinken in einer vollkommen anderen Welt. Für uns Papas ist es gar nicht so einfach, gegen das geschickte Marketing der Spielebranche anzukommen. Besonders das heute überall angesagte Fortnite und dessen Merchandise, holt jugendliche Gamer mit den unterschiedlichsten Produkten ab.

Mit Aufkommen der E-Sport Szene geht von den bekannten Zockern eine hohe Popularität in der Szene aus. Auch hier gibt es wie in den sozialen Medien Stars & Influencer, denen die Kids nacheifern.

So bekommst du die digitale Zeit in den Griff

Im Prinzip sollten wir immer ein gutes Gefühl dafür haben, wie lange unsere Kinder wirklich an der Konsole sitzen und zocken. Es geht darum, gemeinsam in der Familie Spiele zu besprechen, die in Ordnung sind und klar und deutlich auf die lauernden Gefahren hinzuweisen. Wenn unsere Kids ausreichend Möglichkeit haben, sich draußen aus zu toben, gemeinsam mit uns in Büchern zu schmökern, mit Bausteinen und Brettspiele zu spielen und an der Konsole zu zocken, schaffen wir ein gesundes Gleichgewicht, von dem die Kinder profitieren.

Spielen bleibt für Erwachsene und Kinder immanent und wichtig. Von daher sollten wir immer mal wieder das Kind in uns wecken und uns eine Auszeit an der Konsole gönnen.

Fotos © Paul Glaser

Mario Förster
Mario Förster
Mario Förster ist ein umtriebiger Digital-Unternehmer aus Görlitz. Der zweifache Papa betreibt diverse Webseiten rund um Familie, Haustiere und seine Region. Er ist aber auch leidenschaftlicher Gamer, der die Konsole auf Temperatur bringt, wenn die Kinder schlafen...

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