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Barfuß auf den Berg – Wandern mit Barfußschuhen

werbung | Zugegeben, lange Zeit hatte ich Vorurteile gegen Barfußschuhe. Das Wort war für mich ähnlich unsexy wie Gleitsichtbrille oder Gebissreiniger. Vor meinem inneren Auge sah ich dieses froschähnliche Schuhwerk mit fünf getrennten Zehen, die ich niemals anziehen würde. Somit war ich skeptisch bei der Kooperationsanfrage von Vivobarefoot. Als ich aber gesehen habe, wie deren Schuhe aussehen, wollte ich die Erfahrung selbst machen und habe zusammen mit der Familie die Wanderschuhe mit dem Barfußgefühl im Urlaub am Gardasee gecheckt.

Wandern ist zurecht eine der beliebtesten Outdoor-Aktivitäten der Deutschen. Denn an fast jedem Ort dieser Erde lassen sich auf unterschiedlich anspruchsvollen Routen viele Abenteuer erleben, besondere Aussichten genießen und abgelegene Orte entdecken. Die Bewegung und Anstrengung ist darüber hinaus ein gesundes Workout.

Freiheit für die Füße

Wichtig beim Wandern sind gute Schuhe und gesunde Füße. Die meisten Menschen statten sich mit sehr klobigen und robusten Wanderschuhen aus, um für Wind und Wetter und jeden noch so steinigen Untergrund gerüstet zu sein. Laut Galahad Clark, dem Gründer der minimalistischen Schuhmarke Vivobarefoot, wäre es jedoch deutlich besser, ohne Schuhe oder zumindest in Barfußschuhen auf Wanderschaft zu gehen. Das soll sich nicht nur gut anfühlen und eine aufregende Erfahrung sein, sondern hat darüber hinaus auch noch viele gesundheitliche Vorteile.

„Barfußwandern ist ein effektives Training für die Füße, Beine und den gesamten Körper. Es verbessert die Balance und die Koordination und kann helfen, Verletzungen und Schmerzen in den Gelenken vorzubeugen.“

Galahad Clark (Gründer von Vivobarefoot)

Bisher haben Wanderer darauf geachtet, ihre Füße vor einem Marsch recht stramm im Schuhwerk zu „verpacken“, um insbesondere Blasen durch Scheuern zu vermeiden. Dem Fuß bleibt dabei wenig Platz zur Entfaltung. Gerade die engen Zehenräume herkömmlicher Wanderschuhe können nicht nur Schmerzen verursachen, sie sorgen auch für ein erhöhtes Risiko der Dysfunktion und Deformation. Wandern mit Barfußschuhen sorgt demnach nicht nur für ein im wahrsten Sinn befreiendes Gefühl und ein authentisches Naturerlebnis, sondern auch für zahlreiche gesundheitliche Vorteile.

Der Unterschied von Barfußschuhen gegenüber den bisher üblichen Wanderschuhen ist zuerst einmal der fehlende Absatz. Viele Schuhe haben einen erhöhten Hacken. In Barfußschuhen liegt der Fuß gerade im Fußbett und ist somit der natürlich Lage nachempfunden. Darüber hinaus haben diese Modelle eine dünnere Sohle und sind breiter angelegt, um den Fuß nicht einzuengen.

Barfuß auf den Berg - Wandern mit Barfußschuhen
© NOT TOO OLD

Durch das Laufen auf unebenem Boden wird die Muskulatur gestärkt und die Flexibilität erhöht. Natürlich gilt es darüber hinaus, den Fuß vor Verletzungen zu schützen. Daher hat Vivobarefoot eine Reihe schicker Barfußschuhe zum Wandern entwickelt. Drei davon hatten wir im Gepäck, als wir mit der Familie im letzten Urlaub am Gardasee unterwegs waren.

14 Kilometer über Stock und Stein

Bei einer langen Tour am Gardasee wollten wir direkt testen, wie sich die Barfußschuhe auf der Wanderstrecke starten. Daher sind wir an einem trockenen Tage zu einer Wanderung aufgebrochen, die über Sandpisten, steinige Auf- und Abstiege sowie Asphaltwege führte. Da Tragegefühl der Schuhe ist wirklich besonders und fühlte sich auf den ersten Metern ungewohnt an. Der Kontakt zum Untergrund ist viel direkter. Aber ohne, dass die Steine oder Baumwurzeln ein unangenehmes Gefühl erzeugen oder durch die Sohle drücken. Der Fuß hat in den Schuhen viel Platz und breitet sich aus. Trotzdem sitzen die Barfußschuhe auch durch das elastische Bündchen am Schaft wirklich perfekt und trotz dünner Socken rutscht und wackelt gar nichts.

Hier ist eine Übersicht der Modelle, die von Vivobarefoot insbesondere für das Barfußwandern entwickelt wurden. Ich hätte gern ein veganes Modell gewählt, weil ich grundsätzlich auch versuche, weniger Lederklamotten und -schuhe zu kaufen. Allerdings habe ich in der Kategorie kein für mich passendes Modell bezüglich des Styles gefunden. Daher habe ich mich für den Schuh Magna FG Mens entschieden, derzeit reduziert für 168 Euro im Shop erhältlich. Laut Vivobarefoot ist das Obermaterial natürlich vernarbtes Leder von freilaufenden Rindern, die von Kleinbauern bezogen werden.

An dieser Stelle gebe ich aber auch zu, dass wir bei unserer Testwanderung mit den Barfußschuhen nicht alles richtig gemacht haben. Denn mit diesen Tretern muss man anders unterwegs sein. Wir haben das abends gemerkt. Da hatten wir eine Art Muskelkater im Fuß. Das ist ein erstes Anzeichen, dass der Fuß in diesen Schuhen ganz anders gefordert wird als in herkömmlichen Wanderschuhen. Und daher macht es absolut Sinn, die Sache langsam anzugehen. Hier habe ich ein paar Tipps für den Start des Wanderns mit Barfußschuhen gefunden. Die wichtigsten davon sind:

  • Langsam umsteigen, zum Start etwa 30 Minuten täglich
  • Nicht zu schnell gehen, maximal 4,4 km/h
  • Kleine Schritte machen
  • Eher auf dem Ballen als auf der Hacke aufkommen
  • Den Füßen ausreichend Pausen einräumen
  • Beim Kauf auf die richtige Größe achten
Mit Barfußschuhen beim Wandern.
© NOT TOO OLD

Wenn ihr das alles beachtet, dann steht ersten Wanderungen mit Barfußschuhen nichts im Weg. Und ich gehe davon aus, dass ihr ähnlich begeistert sein werdet wie wir.

Gesundheitliche Aspekte

Schuhe sind für Menschen ein wichtiges Teil ihres Outfits, daher spielt die Optik und oft auch die Marke für die meisten Männer und Frauen eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. Bei Wanderschuhen ist das etwas anders, da zählen in erste Linie die Funktionen und vielleicht auch der Preis. Über gesundheitliche Aspekte denken wohl die wenigsten Menschen nach. Daher wollen wir die Vorteile der Barfußschuhe nochmal etwas aufschlüsseln.

Gleichgewicht

Wer mit Barfußschuhen wandert und sie vielleicht auch mit anderen Modellen in den Alltag integriert, der verbessert sein Gleichgewicht und weitere körperliche Funktionen.

Fußstärke

Nach einem halben Jahr mit einem Barfußschuh steigert sich bei täglichem Tragen die Fußstärke um bis zu 60 Prozent. Denn die Gewölbestützen und Dämpfungen in herkömmlichen Schuhen schwächen die Füße. Durch den Wechsel finden die Füße zu natürlicher Stärke zurück.

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© Vivobarefoot

Körperhaltung

Die dünnen und flexiblen Barfußschuhe fördern eine gesunde Körperhaltung. Dazu sagt Galahad Clark: „Durch das Barfußwandern entwickelt sich eine gesunde Fußmuskulatur, die sich positiv auf die Haltung der Wirbelsäule und schlussendlich auch die Körperhaltung auswirkt“. In der Folge entwickelt sich ein besserer Gang und eine geringere Belastung der Gelenke, speziell der im Knie und den Hüften. Für manche überraschend mag die positive Auswirkung auf den Beckenboden sein, weiß Clark: „Durch die neutrale Stellung des Knöchels beim Barfußlaufen steigert sich auch die Aktivität des Beckenbodens erheblich und wird dadurch aktiv geschützt.“

Gefühl im Fuß

Durch den intensiveren Kontakt zum Untergrund verändert der Träger von Barfußschuhen seinen Gang. Und das wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Nerven aus.

Geistige Fitness

Dieser Punkt ist zwar etwas um die Ecke gedacht, aber trotzdem nicht von der Hand zu weisen. Denn auch die kognitiven Fähigkeiten können vom Schuhwerk profitieren. Die Sinnesreize, die durch die Füße empfangen werden, fördern die neurologischen Verbindungen im Gehirn und erhöhen das Bewusstsein für die Umgebung. Clark erläutert: „In unserer Fußsohle befinden sich knapp 200.000 Nervenenden, die allesamt Impulse an das Gehirn weiterleiten. Dieser Effekt ist auch im Erwachsenenalter noch höchst effektiv.“ Tatsächlich legen Studien gar nahe, dass das Barfußlaufen positive Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung haben und die physische sowie die mentale Fitness steigern kann. Zukünftige Forschungen sollen nun ermitteln, ob dieselben Effekte auch auf das Wandern mit Barfußschuhen zutreffen.

wandern gardasee barfussschuh
© NOT TOO OLD

Gibt es Nachteile von Barfußschuhen?

Wie schon erwähnt, sollte man sich langsam an die Barfußschuhe heranarbeiten. Denn nicht für jeden sind die Modelle zum Wandern geeignet. Personen mit spezifischen Fußproblemen oder die es nicht gewohnt sind, barfuß zu laufen, sollten ihre Entscheidung sorgfältig abwägen und möglicherweise mit einem Arzt oder einem erfahrenen Barfußwanderer sprechen, um sicherzustellen, dass sie die richtige Wahl treffen.

Mehr Infos zu dem Angebot von Vivobarefoot und deren Nachhaltigkeitsstrategien findet ihr auf der Website, bei Facebook und Instagram. Außerdem gibt es in dem Blog viele inspirierende Geschichten für Sport und Outdoor-Aktivitäten.

Und weil immer Fragen auftauchen, haben wir ein paar davon noch beantwortet.

FAQ zu Barfußschuhen

Wie lange dauert es, bis sich meine Füße an das Tragen von Barfußschuhen gewöhnt haben?

Die Anpassungszeit kann individuell unterschiedlich sein. Es dauert normalerweise einige Wochen bis Monate, bis sich die Füße an das Tragen von Barfußschuhen gewöhnt haben. Es ist wichtig, langsam zu beginnen und die Tragezeit allmählich zu erhöhen, um Verletzungen zu vermeiden. Das Muskeltraining und die Sensibilisierung der Füße benötigen Zeit, aber die meisten Menschen erleben eine spürbare Verbesserung ihrer Fußstärke und Gangart.

Sind Barfußschuhe für alle Arten von Gelände und Wetterbedingungen geeignet?

Nicht unbedingt, sie eignen sich hervorragend für Wanderungen auf natürlichen Pfaden, Waldwegen oder leichtem Terrain. Bei anspruchsvollem Gelände mit scharfen Steinen oder extremen Wetterbedingungen wie Kälte oder Nässe können speziell dafür konzipierte Barfußschuhe mit entsprechendem Schutz sinnvoll sein. Es ist wichtig, die Eigenschaften der Barfußschuhe zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass sie den Anforderungen der geplanten Wanderungen gerecht werden.

Gibt es bestimmte Fußprobleme oder Gesundheitszustände, bei denen das Tragen von Barfußschuhen beim Wandern nicht empfehlenswert ist?

Ja, bei schweren Fußdeformitäten, Neuropathie, Wunden oder offenen Hautstellen an den Füßen sowie bestimmte Arten von Arthritis sollte der Einsatz genau gecheckt werden. Da ist es wichtig, vor der Verwendung von Barfußschuhen einen Arzt oder Fachmann zu konsultieren, um individuelle Ratschläge zu erhalten.

Welche Tipps oder Übungen gibt es, um meine Füße und Beine auf das Wandern mit Barfußschuhen vorzubereiten?

Als Vorbereitung gibt es viele Übungen und Tipps. Barfußlaufen auf weichem Untergrund wie Gras oder Sand kann die Fußmuskulatur stärken und die Balance verbessern. Das gezielte Training der Fuß- und Beinmuskulatur durch Übungen wie Zehenkrallen, Wadenheben und Fußgewölbestärkung kann ebenfalls vorteilhaft sein.

Wenn ihr das Wandern schon entdeckt habt und lange Spaziergänge oder Trekking-Touren zu eurer Freizeitbeschäftigung gehört, so können wir euch nur empfehlen, auch mal einen Barfußschuh auszuprobieren. Vielleicht überzeugt er euch ja ähnlich wie uns.

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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