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Holy Smoke – Pfeife rauchen ist immer noch beliebt

Kaum ein anderer Genuss erscheint so männlich zu sein wie Pfeife rauchen. Denn während bei dem Verzehr von Whisky oder dem Genuss von Zigarren die Frauen anteilig immer weiter aufholen, scheint die Pfeife immer noch ein Utensil einer sehr männlichen und etwas älteren Zielgruppe zu sein. Nachdem der Konsum von Pfeifentabak um die Jahrtausendwende recht niedrig war, geht es in den letzten Jahren wieder aufwärts. Dazu haben auch Wasserpfeifentabak und Tabakprodukte für elektrische Tabakerhitzer beigetragen. Wir nehmen uns mal die klassische Pfeife vor.

Das Bild des Pfeiferauchers ist das eines gemütlichen, älteren Herren. Nicht protzig, sondern eher intellektuell und entspannt. Günter Grass, Albert Einstein, Horst Lichter oder auch Hans Albers haben das Bild des genüsslichen Pfeiferauchers geprägt. Allerdings hält der Trend zum Pfeife rauchen auch bei den nachfolgenden Generationen an und wird häufig von Kerlen in der zweiten Lebenshälfte als Alternative zur Zigarette entdeckt.

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© andreas N (Pixabay)

Die Pfeife passt in eine rastlose Zeit, in der Menschen nach einer bewussten Pause und einem Innehalten suchen. Und zum Retro-Trend mit Red Wings Shoes und grauen Bärten passt Pfeife rauchen ebenso. Aber was braucht es eigentlich für den Start?

Pfeife rauchen für Anfänger

Rauchen ist grundsätzlich gar nicht schwierig. Und trotzdem sollte man sich der Pfeife mit Respekt und etwas Vorkenntnis nähern, damit es zum gewünschten Erlebnis wird. Folgende Bestandteile gehören dazu.

Die Pfeife

Wenn ihr mal in einem Pfeifenladen steht, wird euch das umfangreiche Sortiment sicherlich erschlagen. Zum Glück steht meist ein versierter Verkäufer hinterm Tresen, der auch Einsteiger fachkundig berät.

Meist wird für den Start eine Pfeife empfohlen, die sich nicht so schnell heiß raucht, also hitzebeständig ist. Das sind insbesondere Pfeifen aus Bruyère-Holz von Marken wie Vauen, Molina oder Rattrays. Alternativ sind auch Pfeifen aus Meerschaum oder Maiskolben-Pfeifen für den Einstieg geeignet.

Bezüglich der Form haben sich für die Einsteiger die Formate Billard mit geradem Holm oder die leicht gebogene Prince bewährt. Die Wandung, also der Holzrand, sollte gerade bei der ersten Pfeife ausreichend dick sein, bestenfalls über 5 mm. Kauf am besten nicht blind online, sondern lasst euch beraten.

Der Tabak

Auch hier sind die Regale voll mit den unterschiedlichsten Angeboten in verschiedenen Preisklassen. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Pfeifentabak: Dänischer und englischer Tabak.

Der dänische Pfeifentabak ist ein aromatisierter und meist nach Vanille duftender, milder Tabak aus Bestandteilen wie Virginia oder Black Cavendish. Sie machen mit ihrem süßlichen Duft oft auch den umstehenden Menschen Freude. Für diese Sorte entscheiden sich die meisten Anfänger.

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© Joshua Bartell (Unsplash)

Auf der anderen Seite gibt es die kräftigen und rauchigen Sorten des englischen Tabaks. Deren Bestandteile sind Würztabake wie Burley oder Latakia, die ohne Zusätze auskommen. Den wirklichen Geschmack eines Tabaks erkennt man erst beim Pfeife rauchen, nicht beim Schnuppern. Da müsst ihr euch langsam an die perfekte Variante ranarbeiten.

Pfeife mit oder ohne Filter

Profis rauchen die Pfeife meist ohne Filter, für Einsteiger kann ein Filter aber sinnvoll sein. Denn dann ist der Tabakgeschmack nicht zu stark und Schadstoffe werden zurückgehalten. Die meisten Pfeifen verfügen über eine 9 mm große Filterbohrung für den Einsatz eines Filters. Diese Pfeifen können allerdings auch ohne Filter verwendet werden.

Der Preis

Pfeifen gibt es schon recht günstig, nach oben ist jedoch keine Grenze gesetzt. Die hochwertigen Modelle schmecken meist besser und halten länger. Für einen ersten Einstieg tut es sicherlich auch ein mittelklassiges Modell in einer Preisklasse von 30 bis 60 Euro.

Wie man eine Pfeife raucht

Zur Frequenz gibt es beim Pfeife rauchen keinen Königsweg. Einige rauchen eine pro Woche, andere rauchen eine pro Tag. Auf jeden Fall braucht die Pfeife nach der Benutzung etwas Zeit zum Abkühlen und Trocknen. Da es bei einer durchschnittlich gefüllten Pfeife gut eine Stunde dauert, um diese zu rauchen, wird es wahrscheinlich eh maximal eine pro Tag sein.

Das Stopfen

Zum optimalen Pfeife rauchen stopft man den Tabak in drei Schritten mit jeweils einem Drittel der gewünschen Menge in den Pfeifenkopf. Das erste Drittel wird locker gelegt, das zweite Drittel leicht und das letzte Drittel etwas fester gestopft.

Danach kann der Zugwiderstand geprüft werden. Er sollte sich ungefähr so wie beim Trinken mit einem Strohhalm anfühlen.

Das Anzünden

Zur Basisausstattung für das Pfeife rauchen sollte ein Pfeifenfeuerzeug gehören. Von Streichhölzern oder einem normalen Feuerzeug raten wir ab. Das Anzünden der Pfeife braucht etwas Übung, denn es ist ein Wechselspiel zwischen Entzünden und Stopfen des Tabaks. Bei diesem Vorgang sollte auch am Mundstück gezogen werden, sonst geht die Pfeife wieder aus und muss neu entzündet werden. Aber nach ein paar Tagen sollte es mit dem Anzünden dann recht gut klappen.

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© Val Tievsky (Unsplash)

Neue Pfeifen müssen eingeraucht werden. So bildet sich eine Kohleschicht im Brennraum, die die Pfeife vor der Hitze des glühenden Tabaks schützt.

Ist Pfeife rauchen schädlich?

Anders als bei Zigaretten wird beim Pfeife rauchen nicht jeder Zug in die Lunge gezogen. Denn der Pfeifentabak soll ja schmecken. Und in der Lunge gibt es keine Geschmacksnerven. Beim sogenannten „Paffen“ bleibt der Rauch im Mund- und Rachenraum. Das Nikotin gelangt auch ohne Inhalieren über die Mundschleimhaut trotzdem in den Körper. Und damit ist Pfeife rauchen ähnlich ungesund wie auch Zigaretten oder Zigarren.

Laut einer von nichtraucherhelden.de aus dem Jahr 1999 zitierten Studie  erhöht das Pfeife rauchen das Krebsrisiko um das 8-fache, das Rauchen einer Zigarette um das 15-fache. Wir aber gelegentlich etwas „smoken“ möchte, der ist mit einer klassischen Pfeife sicherlich am besten bedient.

Fazit

In einer Zeit, in der alles immer schneller, kürzer und noch besser zu konsumieren wird, scheint die Pfeife ein Relikt aus einer anderen Welt zu sein. Denn Pfeife rauchen ist kein Quickie, der im Wind vor der Tür des rauchfreien Büros stattfindet. Ihr müsst dann nur einen Ort finden, wo ihr niemanden stört und die Pfeife genießen könnt.

Titelbild: © Sam Williams (Pixabay)

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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