HomeLEBENPartnerschaftSchlüssel zum Glück - 15 Faktoren für eine lange Partnerschaft

Schlüssel zum Glück – 15 Faktoren für eine lange Partnerschaft

In stürmischen und turbulenten Zeiten kann eine glückliche Beziehung der Treibstoff sein, der für Zufriedenheit und eine positive Grundstimmung sorgt. Denn nichts fühlt sich einsamer an, als entweder unglücklicher Single zu sein oder sich nach einem Arbeitstag nicht auf den Feierabend zu freuen, weil der Haussegen schief hängt oder eine kriselnde Partnerschaft an den Nerven zerrt. Eine Blaupause für eine glückliche und lange Beziehung gibt es leider an. Die Partnervermittlung Gleichklang hat durch eine Befragung aber 15 Faktoren ermittelt, die wir kurz zusammenfassen.

Die Mitglieder wurden gebeten, ein freien Texten genau die Punkte zu benennen die aus ihrer Sicht zu einer langen und glücklichen Partnerschaft führten. So wurden aus diesen Textbeiträgen von der psychologischen Partnervermittlung Gleichklang.de die 14 wichtigsten Punkte herausgefiltert, die demnach zum Beziehungsglück führen. Außerdem gibt es als Nummer 15 noch einen allen Faktoren zugrundeliegenden Superfaktor.

Untersuchungsleiter war der Psychologe Guido F. Gebauer. Für die Analyse wertete er 234 Texte von 121 Frauen, 108 Männern und 5 nicht-binären Personen im Alter von 26 und 77 Jahren aus. Die Dauer der beschriebenen Beziehungen schwankte zwischen wenigen Wochen bis zu mehr als 10 Jahren. Hier sind die 14 am häufigsten genannten Faktoren.

14 Faktoren für eine glückliche Partnerschaft

1. Gemeinsamkeit verbindet 

  • “Große Übereinstimmung bzgl. sexueller Bedürfnisse, Intellekt, Mentalität, Persönlichkeit, Entwicklungsbereitschaft, persönliche Reife infolge Lebensalter.”

Viele der Befragten halten Übereinstimmungen für einen wichtigen Baustein für eine lange und glückliche Partnerschaft. Insbesondere werden dabei Übereinstimmungen bei Werten und Ethik, bei Bedürfnissen, Interessen, Sex und Lebenszielen genannt.

Die Bandbreite reicht von religiösen Haltungen bis zur veganen Ernährung, von politischen Überzeugungen bis zur Sexualität. Die Bewertung der Übereinstimmungen ist sehr individuell und hängt von der Wichtigkeit für jeden Einzelnen ab. Und es muss auch nicht alles gleich sein, Hobbies oder der Musikgeschmack kann sich gern unterscheiden. Wichtig sind nur ähnliche Ansichten zu Werthaltungen, Einstellungen oder Merkmalen des Lebensstils.

2. Unterschiede ergänzen sich 

  • “Ähnlich genug, um sich wechselseitig zu verstehen, aber auch unterschiedlich genug, um sich ergänzen zu können.”

Man sagt „Gegensätze ziehen sich an“. Wie wir gerade gelernt haben, stimmt das nicht bei vielen grundlegenden Lebensfragen und Einstellungen. Bei weniger zentralen Themen darf es aber gern etwas Reibung geben. Insbesondere dann, wenn die unterschiedlichen Ansichten oder Verhaltensmuster dabei helfen, gemeinsame Ziele zu erreichen, werden sie als etwas Positives bewertet. Dazu zählen zum Beispiel sich ergänzende Fähigkeiten.

Gemeinsame Aktivitäten stärken die Partnerschaft
© Luca (Pixabay)

3. Bereitschaft für Neues und Veränderung 

  • “Wunsch nach Veränderung und gegenseitiger Begleitung auf dem Weg der Entwicklung.”

Unser Motto lautet „not too old“ und somit jederzeit daran interessiert sein, neue Dinge auszuprobieren. Damit verbunden also die Bereitschaft mitbringen, eigene Denkmuster zu hinterfragen. Und das hilft auch in der Partnerschaft. Neue Aktivitäten und neue Ziele erhöhen die Leidenschaft und die Spannung einer Beziehung erhöhten und wirken als Kräfte gegen eine langweilige Alltagsroutine. Die Befragten nennen Veränderungen und unerwartete Ereignisse sowie die damit verbundene, beidseitige Bereitschaft, sich diesen Veränderungen zu stellen, für einen wichtigen Aspekt ihrer glücklichen Beziehung.

4. Arbeit an der eigenen Persönlichkeit 

  • “Dann ist es wichtig nach der ersten Verliebtheitsphase, wenn dann die rosarote Brille füllt, konstant an sich Selbst zu arbeiten.“

Mehrere der Befragten gaben an, dass sie in ihrer Beziehung auch über sich selbst reflektierten, ungünstige eigene Muster veränderten und so zu einem persönlichen Wachstum gelangten. Auch sei es ihnen so gelungen, aus ungünstigen Mustern der Beziehungsgestaltung auszusteigen, die ihre vorherigen Beziehungen prägten. Diese Bereitschaft zur eigenen Persönlichkeits-Entwicklung habe ihrer Beziehung mehr Stabilität und Tiefe gegeben.

5. Miteinander reden! 

  • “Und wir reden so viel, ich kann (endlich mal) alles sagen, ausdrücken, wie es mir geht, der Austausch ist sehr wichtig. Nur, wenn ich verstehe, was den Partner umtreibt, ihm Sorgen macht, was er fühlt, bin ich ihm wirklich nahe. Dazu braucht es aber große Offenheit, Ehrlichkeit.”

Reden hilft. Das ist nicht nur so ein platter Spruch, darin steckt viel Wahrheit. Gerade in der Partnerschaft. Das Geheimnis einer langen Beziehung sind Glück und Zufriedenheit. Das erreicht man durch eine offene, ehrliche und wohlwollende Kommunikation miteinander. Durch offene Kommunikation lernen Frauen und Männer, einander zu verstehen, was ihre Beziehungsqualität verbessere.

6. Konflikte klären 

  • “Wir haben uns bemüht, bei Konflikten bei uns zu bleiben und nicht den Partner zu beschuldigen.”

Wenn es denn mal kracht, dann führt die Kommunikation aus Punkt 5 dazu, Konflikte aktiv zu klären. Und jeder gemeinsam aus der Welt geschaffene Zwist kann die Partnerschaft sogar wachsen und reifen lassen. Daher ist der Rat, schwelende oder drohende Konflikte direkt beim Schopfe zu packen und gemeinsam an der Lösung zu arbeiten. Das stärkt die Beziehung.

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© Adam Griffith (Unsplash)

7. Willen zu Beziehung und Kompromiss 

  • “Fester Wille, eine Partnerschaft zu führen, beidseitige Kompromissfähigkeit und Toleranzfähigkeit.”

Wenn zwei Sturköpfe aufeinanderprallen, ist Stress und Streit vorprogrammiert. Das passt nicht immer zu der Arbeit, die eine Partnerschaft nach sich zieht. Ein wichtiger Faktor in der Beziehung ist somit die Bereitschaft zu Kompromissen. Durch einen Kompromiss bekommen beide Partner recht, allerdings mit Einschränkungen. Es ist die Suche nach der besten Lösung für beide Beteiligten, ohne die eigenen Bedürfnisse unterzuordnen.

8. Wertschätzung und Respekt 

  • “Selbst wenn wir mal andere Ansichten haben sollten, begegnen wir uns dabei mit Interesse und Respekt.”

Es fällt Paaren dann leichter, Konflikte zu klären und Probleme zu lösen, wenn sie sich in ihrer Partnerschaft mit Respekt und Wertschätzung begegnen. Denn so lassen sich Unterschiede, verschiedene Wahrnehmungen und auch Enttäuschungen besser bearbeiten. Außerdem entwickeln die Paare so ein besseres Verständnis für die Perspektive ihres Gegenübers.

9. Akzeptanz 

  • “Wir haben versucht, Verständnis für das Anderssein des Partners zu entwickeln. Wir hatten Geduld miteinander.”

An den vorherigen Punkt schließt sich die Akzeptanz nahtlos an. In einer Partnerschaft sollte der Partner so geliebt werden, wie er ist. Mit allen Ecken und Macken. Man muss nicht alles an dem Partner mögen oder gut finden, um eine lange und glückliche Partnerschaft zu führen.

10. Freiräume gewähren 

  • “Sowohl gemeinsam Zeit verbringen, als sich auch gegenseitig jede Freiheit zur “alleinigen” Freizeitgestaltung geben.”

Viele Paare wollen auch nach langer Beziehung am liebsten immerzu beieinander sein. Andere der Befragten beschrieben jedoch, dass in ihrer Partnerschaft durchaus unterschiedliche Bedürfnisse bestünden. Die „me time“ ist oft ein eigenes Bedürfnis nach Eigenständigkeit und Unabhängigkeit. Wer das akzeptiert und bereit ist, seiner besseren Hälfte auch Freiräume zu geben, ebnet den Weg für eine glückliche und lange Partnerschaft.

11. Vertrauen 

  • “Wir erleben beide eine große Nähe zum anderen, geben uns aber auch gegenseitig den nötigen Freiraum, den jeder von uns braucht und volles Vertrauen.”

Vertrauen ist die Grundlage einer stabilen Partnerschaft. Denn nur mit Vertrauen können Freiräume ohne Angst, Ärger oder Eifersucht eingeräumt werden. Durch Vertrauen funktionieren auch komplexere Konstellationen wie Fernbeziehungen, Living Apart Together Arrangements oder längere Abwesenheiten.

12. & 13. Zärtlichkeit und Sex 

  • “Sehr wichtig sind uns Zärtlichkeit, (körperliche) Nähe, aber auch eine schöne, spielerische Sexualität.”

Für viele der befragten Personen spielen Zärtlichkeit und Sex eine bedeutende Rolle als Treibstoff einer glücklichen Partnerschaft. Denn Zärtlichkeit und Sexualität intensiviert die Nähe zueinander. So bleibt die Beziehung durch eine bewusste Erotik leidenschaftlich.

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© cottonbro studio (Pexels)

14. Familienplanung 

  • “Auch die Erfahrung mit unserem gemeinsamen Sohn, hat unsere Beziehung durch die Veränderung des Miteinanders auf eine ganz neue Weise bereichert.”

Kinder sind für viele Paare ein verbindendes Element und ein Baustein ihrer langen und glücklichen Partnerschaft. Ob durch gemeinsame Kinder oder auch durch neue Familienmodelle wie eine Patchworkfamilie. Kinder sorgen für eine Verbindlichkeit der Beziehung und gemeinsame Ziele.

15. Wechselseitigkeit als Superfaktor des Beziehungs-Glücks 

Nach Auswertung aller Angaben der Befragten ergab sich, dass der positive Effekt aller genannten Faktoren durch den übergeordneten Faktor der Wechselseitigkeit entstand:

Die Zufriedenheit in ihren Beziehungen trat dadurch ein, dass die Bedürfnisse beider Personen gleichberechtigt in einer natürlichen, liebevollen und aufeinander eingespielten Art und Weise zur Geltung kamen. Erst durch die Wechselhaftigkeit ergab sich bei der Mehrheit der Befragten die Balance, die eine reife Beziehung braucht.

Psychologische Bewertung 

Psychologe Gebauer fasst die Botschaft aller Befunde so zusammen, dass Menschen dem Schicksal durch die Partnerwahl auf die Sprünge helfen können. Hilfreich ist, in der Partnerschaft in den zentralen Bedürfnissen übereinzustimmen und sich ergänzende Unterschiede positiv zu bewerten. Mit der Partnerschaft beginnt auch immer die Beziehungsarbeit, um das Beziehungsglück täglich neu zu erschaffen.

Hilfreich für die Aufrechterhaltung und Verbesserung des Beziehungsglücks sei die aktive Erschließung von Gemeinsamkeiten, die produktive Nutzbarmachung von Unterschieden, die Bereitschaft für Neues, das fortwährende Gespräch miteinander und die Klärung von Konflikten vor dem Hintergrund von Respekt, Wertschätzung und Akzeptanz. Immens wichtig sei es auch, begründetes Vertrauen aufzubauen und sich wechselseitig Freiräume zu geben. Schließlich wolle niemand eine Beziehung als ein Gefängnis erleben.

Ebenso wichtig sei es, zärtlich miteinander umzugehen und ein bewusste und aktive Erotik miteinander zu pflegen. Von entscheidender Bedeutung sei es schließlich, in einer Beziehung Balance herzustellen. Um Balance zu erreichen, müssten in Beziehungen die Bedürfnisse beider Beziehungspartner gleichberechtigt zur Geltung kommen, da ansonsten Unzufriedenheit und Konflikte vorprogrammiert seien.

© Justin Groep (Unsplash)

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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