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„Loudermilk“- 3 Staffeln über einen Ex-Alki und seine Selbsthilfegruppe

Wenn ihr trotz Fußball-EM auch mal Bock auf ein anderes Programm habt, dann ist die Serie „Loudermilk“ ein echter TV-Tipp. Drei Staffeln sind aktuell auf Netflix zu sehen. Die Serie gehört in die Comedy-Sparte und liefert in bisher 30 Folgen á 30 Minuten auch reichlich Drama. Der Ex-Musikkritiker und inzwischen trockene Alkoholiker Sam Loudermilk ist ein sarkastischer und bitterböser Typ, der selbst eine Selbsthilfegruppe voller schräger Menschen leitet. Aber auch zuhause ist einiges bei ihm los.

Wenn euch unsere letzte Empfehlung Alter Life gefallen hat, werdet ihr auch Loudermilk lieben, denn auch diese Serie ist voller schwarzem Humor mit einer Hauptfigur in der Mitte des Lebens. Sam Loudermilk ist trockener Alkoholiker, der seinen Job als Musikkritiker sowie seine Frau losgeworden ist und sich nun verbittert durch den Alltag schlägt. Geld verdient er als Putzmann. Das Skurrile an der Serie ist aber insbesondere seine Wohnsituation, denn er teilt sich seine Bude mit seinem Kumpel Ben, der eigentlich ein Auge auf Sam werfen soll, selbst aber die Finger nicht vom Schnaps lassen kann.

sam loudermilk
© AT&T Audience Network

Und dann zieht auch noch Claire bei den beiden derben Typen ein, eine drogenabhängige Junkiebraut auf Entzug, die auf dem Sofa pennt und dabei so schlimm schnarcht, das die Kerle kein Auge zubekommen. Die Serie ist gleichermaßen intelligent, witzig und emotional fesselnd und eine Sammlung wirklich schräger Typen mit vielen Ecken und Kanten. Die Gesprächsrunden der Selbsthilfegruppe in einer Kirche sind lustig und führen zu vielen absurden Ereignissen und Gesprächen.

Loudermilk ist Anti-Held zum Verlieben

„Loudermilk“ wird gespielt von Ron Livingston und er macht aus dem Best Ager einen Charakter, der gleichzeitig schroff und liebenswert ist. Seine zynische Weltanschauung und seine scharfe Zunge machen ihn zu einem erfrischend unkonventionellen Protagonisten. Mal hat er die große Klappe, dann wieder verzweifelt er an Kleinigkeiten oder buhlt um das Herz der neuen Nachbarin.

Die Serie ist bekannt für ihren scharfsinnigen und manchmal bissigen Humor. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Komödien geht „Loudermilk“ tiefer. Die Themen Sucht, Vergebung und persönliche Heilung werden auf eine Weise behandelt, die sowohl ehrlich als auch respektvoll ist. Die Serie schafft es, diese schweren Themen mit einer Leichtigkeit und einem Humor zu durchdringen, die zum Nachdenken anregen und gleichzeitig unterhalten.

loudermilk selbsthilfegruppe
© AT&T Audience Network

Authentische Charaktere und Beziehungen

Ein weiterer Grund, warum „Loudermilk“ so sehenswert ist, sind die gut entwickelten Nebencharaktere. Jede Figur in Loudermilks Selbsthilfegruppe hat ihre eigene Geschichte und bringt ihre eigenen Herausforderungen und Triumphe mit. Diese Vielfalt an Charakteren verleiht der Serie eine Tiefe, die oft in TV-Komödien fehlt. Die Beziehungen zwischen den Charakteren sind authentisch und glaubwürdig, was die Serie besonders fesselnd macht.

Obwohl „Loudermilk“ nicht den gleichen Mainstream-Erfolg wie andere Serien hat, hat sie sich eine loyale Fangemeinde aufgebaut und wurde von Kritikern gelobt. Die Serie wird für ihre originellen Drehbücher, starken Darstellungen und den Mut, schwierige Themen anzusprechen, hoch geschätzt.

Hier gibt es einen kleinen Trailer vom englischen Original:

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Weitere Informationen

Die kreativen Köpfe hinter „Loudermilk“

„Loudermilk“ wurde von Peter Farrelly und Bobby Mort erschaffen, zwei bemerkenswerten Talenten in der Welt der Unterhaltung. Peter Farrelly ist einer der berühmten Farrelly-Brüder, die für ihre einzigartigen und oft schrägen Komödien bekannt sind. Gemeinsam mit seinem Bruder Bobby Farrelly schuf er Klassiker wie „Dumm und Dümmer“, „Verrückt nach Mary“ und „Ich, beide & sie“. Diese Filme zeichnen sich durch ihren speziellen Humor und ihre skurrilen Charaktere aus. Peter Farrelly machte zudem Schlagzeilen, als er 2019 den Oscar für den besten Film und das beste Originaldrehbuch für „Green Book“ gewann.

Bobby Mort bringt ebenfalls beeindruckende Referenzen mit. Bevor er „Loudermilk“ mitkreierte, war Mort als Autor und Produzent für die erfolgreiche Serie „The Colbert Report“ tätig, wofür er einen Emmy gewann. Seine Fähigkeit, scharfsinnigen, intelligenten Humor zu schreiben, hat wesentlich zum Erfolg von „Loudermilk“ beigetragen.

Gemeinsam haben Farrelly und Mort eine Serie geschaffen, die sich durch ihre Mischung aus scharfsinnigem Humor, tiefgründigen Themen und unvergesslichen Charakteren auszeichnet. Daher wird derzeit über eine Fortsetzung in einer viertel Staffel verhandelt.

Hier findet ihr Loudermilk bei Netflix.

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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