HomeSPASSTechnik & InternetWas ist das Metaverse und wie können wir es in Zukunft nutzen?

Was ist das Metaverse und wie können wir es in Zukunft nutzen?

Seit dem Start des Internets gibt es immer wieder technische Entwicklungen, die auf den ersten Schritt eine Revolution zu sein scheinen und den Nutzer:innen ungeahnte neue Möglichkeiten bieten. Vor 20 Jahren war es Second Life, welches eine umfangreiche virtuelle Welt schaffte und User wie auch Unternehmen lockte. Doch lange hielt der Hype nicht an. Jetzt klopft das Metaverse an unsere digitale Tür. Aber was ist das eigentlich, wie können wir es nutzen und wie sollten wir uns dabei sichern? Das beantworten wir in unserem Beitrag zum Metaverse.

Wie sich im Metaverse Geld verdienen lässt, welche Unternehmen schon aktiv sind und ob die Deutschen schon bereit sind für das sogenannte Web3, hat ExpressVPN in einem Beitrag zum Metaverse zusammengefasst. Da laut einer YouGov-Studie aus dem Januar 2023 aber gerade die Menschen über 45 Jahren in Deutschland noch nicht mal zu einem Drittel vom Metaverse gehört geschweige denn es mal ausprobiert zu haben, wollen wir einen Schritt zurückgehen und erstmal ein paar grundlegende Infos liefern. Denn auch im Vergleich mit UK und den USA hinken wir hinterher.

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© YouGov Studie 2023

Was ist das Metaverse?

Der Begriff Metaverse als Kofferwort aus „Meta“ und „Universum“ wurde erstmals 1992 von dem Autor Neal Stephenson in seinem Roman „Snow Crash“ verwendet. In dem Sci-Fi-Roman interagieren Menschen als programmierbare Avatare miteinander. Und so passiert es heute tatsächlich. Dazu passt auch, dass der ehemalige Facebook-Konzern sich in Meta umbenannt hat. Das Unternehmen von Mark Zuckerberg ist maßgeblich an der Entwicklung der neuen virtuellen Welt beteiligt.

Auch in dem aktuell voranschreitenden Metaverse geht es darum, eine virtuelle Realität zu erschaffen, in der Menschen digital interagieren, kommunizieren und agieren können. Allerdings verschwimmen in dem umfassenden digitalen Ökosystem die Grenzen aus physischer und virtueller Realität. Parallel spielen Technologien wie Virtual Reality, Augmented Reality, Blockchain und künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle.

Aktivitäten im Metaverse

Wer mit seinem Avatar in die virtuelle Welt des Metaverse eintaucht, der hat eine Vielzahl von Optionen. Dabei gibt es nicht ein spezielles Zugangstor, der Eintritt kann an den unterschiedlichsten Orten durch Websites, Apps und Spielen stattfinden. Im virtuellen Raum kann der User dann mit anderen Benutzern interagieren, Spiele spielen, Geschäfte betreiben, soziale Aktivitäten durchführen, Bildung erhalten und vieles mehr. Die Grenzen zwischen der realen und der digitalen Welt verschwimmen im Metaverse, da Benutzer nahtlos zwischen verschiedenen Plattformen, Umgebungen und Aktivitäten wechseln können.

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© YouGov Studie 2023

Parallel zu den technischen Entwicklungen durch Unternehmen wie Meta, Amazon, Google, Microsoft und Nvidia aber auch Firmen wie Roblox, Nike, Apple und Shopify wird derzeit an der Beantwortung einer Vielzahl noch offener Fragen zu Technik, Recht und Ethik gearbeitet, um einen möglichst sicheren Rahmen zu schaffen.

Wie könnte das Metaverse unser Leben beeinflussen?

So kryptisch einem die ganze Entwicklung noch vorkommen mag, so deutlich werden der Nutzen und die Möglichkeiten, wenn wir uns ein paar konkrete Anwendungsbeispiele vornehmen und mal abklopfen, wie das Metaverse unseren Alltag beeinflussen kann.

Das Metaverse im Privatleben

Drei wichtige Treiber im privaten Umfeld der User sind diese:

Soziale Interaktion

Das Metaverse ermöglicht es Menschen, über große Entfernungen hinweg in virtuellen Umgebungen miteinander zu interagieren. Treffen mit Freunden, Familie oder Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt könnte damit häufiger und interaktiver werden.

Unterhaltung

Dank der digitalen Technik eröffnen sich neue Möglichkeiten für interaktive und immersivere Unterhaltung. Konzerte, Theateraufführungen, Filme und Spiele könnten in virtuellen Welten stattfinden, bei denen die Nutzer aktiv teilnehmen können und in diese abtauchen.

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© Maxime Doré (Unsplash)

Bildung

Virtuelle Schulungen, Workshops und Kurse könnten realistische Lernumgebungen schaffen. Bildungsinhalte könnten in dynamischeren und ansprechenderen Formaten präsentiert werden. Das könnte Schule und Studium beeinflussen, aber auch Weiterbildungen oder das private Erlernen einer Sprache oder Ausüben eines Hobbies.

Metaverse im Berufsleben

Neben den Auswirkungen für das Privatleben gibt es auch eine Vielzahl von Möglichkeiten, das Metaverse in den beruflichen Alltag zu integrieren. Gerade in einer Zeit, in der durch die Einführung des Homeoffice der soziale Aspekt im Berufsleben vernachlässigt wurde.

Zusammenarbeit

Unternehmen könnten virtuelle Büros einrichten, in denen Mitarbeiter aus der Ferne zusammenarbeiten können. Meetings, Brainstorming-Sessions und Projektkollaborationen könnten in einer immersiven Umgebung stattfinden.

Berufliche Entwicklung

Weiterbildungs- und Schulungsprogramme könnten im Metaverse realistische Simulationsumgebungen bieten. Berufliche Fähigkeiten könnten in interaktiveren und praxisnäheren Szenarien erlernt werden.

Handel

Virtuelle Geschäfte und Märkte könnten im Metaverse entstehen, in denen Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten können. Virtuelles Einkaufen und Handeln könnten eine neue Dimension erreichen. Einige Unternehmen haben hier schon erste virtuelle Showrooms eröffnet.

Kreativität und Design

Künstler, Designer und Architekten könnten im Metaverse innovative Projekte umsetzen und ihre Werke in einer 3D-Umgebung präsentieren.

Es ist wichtig zu beachten, dass das Metaverse auch Herausforderungen mit sich bringt, darunter unter anderem Datenschutzbedenken, digitale Abhängigkeit, Sicherheitsfragen und die Schaffung gerechter Zugangsbedingungen. Die genaue Art und Weise, wie diese und andere Technik unser Leben in Zukunft beeinflusst, wird stark von der Technologieentwicklung, der gesellschaftlichen Akzeptanz und den regulatorischen Rahmenbedingungen abhängen.

Technische Voraussetzungen für das Metaverse

Wer das Metaverse besuchen und nutzen möchte, braucht dafür bestimmte technische Voraussetzungen. Hier ist eine Übersicht von Möglichkeiten, um sich den Zugang in die virtuellen Welten zu verschaffen.

Geräte

Virtual Reality (VR) Headset

Ein VR-Headset wie Oculus Rift, HTC Vive, Valve Index oder die neue Apple Vision Pro ermöglicht eine immersive Erfahrung im Metaverse, indem es virtuelle Umgebungen direkt vor deinen Augen erzeugt.

Augmented Reality (AR) Gerät

AR-Geräte wie AR-Brillen oder Smartphones mit AR-Funktionen können virtuelle Elemente in die reale Umgebung einblenden.

Mit der VR-Brille geht es ab ins Metaverse
© Tima Miroshnichenko (Pexels)

Computerleistung

Für VR-Anwendungen ist ein leistungsstarker Computer erforderlich, der die rechenintensiven Grafiken und Prozesse bewältigen kann.

Internetverbindung

Da das Metaverse auf Online-Interaktionen angewiesen ist, benötigst du eine stabile und schnelle Breitband-Internetverbindung, um reibungslos zu interagieren und Inhalte zu laden.

Avatare und Konten

Du wirst wahrscheinlich ein Benutzerkonto auf der Plattform erstellen müssen, die du für deinen Zugang nutzt. Dieses Konto ermöglicht dir den Zugriff auf virtuelle Welten und speichert deine Fortschritte und Einstellungen.

Software und Anwendungen

Je nach den von dir gewählten Plattformen benötigst du die entsprechenden Anwendungen oder Softwarepakete, um auf das Metaverse zuzugreifen.

Zusätzliche Peripheriegeräte

Controller

Für VR-Erfahrungen benötigst du möglicherweise Hand- oder Bewegungscontroller, um in den virtuellen Umgebungen zu interagieren.

AR-Brille

Wenn du Augmented Reality nutzen möchtest, benötigst du eventuell eine AR-Brille oder ein AR-kompatibles Gerät.

Die Technologie im Bereich des Metaverse entwickelt sich ständig und mit hoher Geschwindigkeit weiter. Daher werden sich die technischen Anforderungen und Möglichkeiten in Zukunft verändern. Es macht also Sinn, am Ball zu bleiben und sich über die neuen Möglichkeiten stetig zu informieren, gerade auch in Bezug auf die Sicherheit der Daten und Verbindungen. So gelingt euch der Einstieg in die virtuellen Welten, die schon in Kürze wahrscheinlich nicht mehr wegzudenken sind.

Beam me up!

Titelbild © julien Tromeur (Unsplash)

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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