Laufen im Alter – Tipps für die Generation 50plus

Laufen im Alter? Ach ne, lass mal die anderen machen… Verfolgt ihr gerade die Olympiade, lasst euch von den Triathleten und Skatern beeindrucken, die alle halb so alt sind wie ihr selbst? Und während ihr das nächste Getränk aus dem Kühlschrank holt, beschließt ihr, nun nicht selbst noch mit Sport anzufangen? Das ist ein Fehler, denn auch und gerade über 50 solltet ihr euch regelmäßig sportlich betätigen. Warum das Laufen im Alter eine spannende und einfach umzusetzende Aktivität ist und worauf ihr achten müsst, haben wir für euch zusammengefasst. Es muss ja nicht gleich ein Marathon sein. Könnte es aber… Hier also der Beitrag zum Motto „Arsch hoch!“.

Tatsächlich ist Joggen der einfachste Sport, denn es ist uns in die Wiege gelegt, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Selbst Aktivitäten wie Radfahren oder Schwimmen müssen wir erst erlernen. Nicht so die Rennerei. Aber während wir als junger Mensch noch extrem leistungsfähig und schnell unterwegs sein können, lässt die Power mit zunehmenden Alter nach. Damit müssen wir uns einfach arrangieren.

Aber wir wollen ja auch keine olympische Medaille mehr gewinnen, sondern in erster Linie fit bleiben. Oder uns in Wettbewerben mit Gleichaltrigen messen, die das Laufen im Alter ebenfalls für sich als Sport gefunden haben. Wenn ihr also euer Training und eure Erwartungen an euer Alter anpasst, dann seid ihr auf der Spur. Hier sind ein paar handfeste Tipps.

Der Weg ist das Ziel

Auch wenn in vielen Sportlern der Ehrgeiz steckt, stets neue Bestwerte zu erzielen, so steht beim Laufen im Alter die körperliche Betätigung im Vordergrund. Also akzeptiert zuerst einmal, dass die Leistungsfähigkeit ab- und die Dauer der Regeneration zunimmt. Die Aktivität soll in erster Linie Spaß machen und den Kopf freipusten. Außerdem fühlt sich die heiße Dusche nach einem Workout doch immer wirklich gut an. Und oft wirken sich regelmäßige sportliche Aktivitäten auch auf andere Verhaltensweisen auf.

Laufen im Alter ist ganz einfach. Sportschuhe an und los...
© Alexandr Podvalny (Unsplash)

Sportlernahrung

Vielleicht habt ihr auch schon die Erfahrung gemacht, dass regelmäßiger Sport zu einem gesünderen Essverhalten führt. Wer in seinen Workouts ordentlich schwitzt, der trinkt meist mehr Wasser als andere. Und oft führt der Sport im Kopf auch dazu, statt der Chips oder der Schokolade vielleicht auf die Nussmischung zu schwenken. Sicherlich gibt es auch die Menschen, die sich nach einer anstrengenden Sporteinheit mit einer kulinarischen Sünde „belohnen“. Aber der Verzicht und ein gesundes Mindset fallen auf jeden Fall leichter, wenn Sport wie das Laufen im Alter regelmäßig stattfindet.

Auch für Wettkampfschweine

Falls ihr die Überschrift verwirrend findet: es gab mal den Fussballer Marc Wilmots, Spitzname „Kampfschwein“. Und damit ist gemeint, dass sich das Laufen im Alter auch anbietet, wenn ihr im Wettkampfmodus seid. Denn fast überall finden regelmäßig Laufveranstaltungen statt, bei denen die Läufer*innen in Altersgruppen eingeteilt werden. Wenn ihr also Marathon, Halbmarathon oder auch 10.000 Meter gegen Gleichaltrige laufen wollt, könnt ihr auch noch mit 50plus eure Vitrine mit Abzeichnen und Medaillen vollstopfen.

Laufen im Alter ist wichtig für die Gesundheit. Wer möchte, kann sich auf Wettkämpfen messen
© Quino Al (Shutterstock)

Gesundheit ist das Wichtigste

Gerade beim Laufen im Alter ist es unbedingt wichtig, auf den Körper zu hören und es nicht zu übertreiben. Denn Joggen geht nicht nur auf die Gelenke, Knochen und Muskeln, sondern bringt auch den Kreislauf an die Belastungsgrenze. Also dreht etwas runter, wenn ihr spürt, dass euch die Körner ausgehen. Oder wenn euch der Körper deutliche Signale sendet. Sich zu verletzten kann einen schmerzhaften und langwierigen Prozess nach sich ziehen. Daher macht es mehr Sinn, eine Laufrunde auch mal abzubrechen als sich durchzubeißen und den Körper damit zu überfordern.
Eine Sache noch zum Untergrund: für eure Gelenke ist es besser, nicht auf Asphalt, sondern eher auf weichem Untergrund zu laufen. Und vergesst das Dehnen nicht.

Use it or lose it

Mit diesem Spruch ist gemeint, dass sich die Muskeln nach und nach verabschieden, wenn sie nicht genutzt werden. Ihr müsst es aber gar nicht übertreiben und noch mit 50 so einen Body haben wie Ninja Warrior Markus Malle, den wir euch in einem Interview vorgestellt haben. Dieser Spruch gilt auch für Arme, Beine und Gesäßmuskulatur. Wenn ihr mal ein paar Ü50-Männer am Strand in Badehose nebeneinander aufstellt, dann werdet ihr schnell erkennen, wer sich noch sportlich betätigt und wer nicht. Zu welcher Gruppe ihr gehört, liegt in eurer Hand.

Flexible Zeiteinteilung

Mit zunehmendem Alter steht vielen Menschen plötzlich wieder etwas mehr Freizeit zur Verfügung. Die Kinder stehen auf eigenen Beinen oder sind schon ausgezogen. Und auch das Homeoffice trägt sicherlich dazu bei, ein Sportprogramm noch flexibler einzubauen. Wenn ihr direkt morgens am motiviertesten seid, dann dreht eure Runde doch direkt nach dem Aufstehen. So startet ihr nach einer Dusche und einem Frühstück voller Energie in den Arbeitstag. Oder ihr nutzt die Abendstunde. Es geht auch hier darum, mit Spaß dabei zu sein und sich nicht jedes Mal überwinden zu müssen. Wer das Laufen im Alter für sich als favorisierten Sport gefunden hat, sollte zwei- bis dreimal pro Woche auf die Bahn.

laufen im alter 50plus
© Massimo Sartirana (Unsplash)

Fazit zum Laufen im Alter

Wir setzen mal voraus, dass ihr schon verstanden habt, wie wichtig sportliche Aktivitäten auch mit 50plus sind. Dann ist das Laufen im Alter eine leicht umzusetzende Möglichkeit, denn ihr braucht nur ein paar Laufschuhe. Wichtig ist der Spaß, daher fängt alles mit der Motivation und eurem Kopf an. Wenn da die Ampel auf grün gestellt ist, habt ihr die Weichen gestellt. Wenn ihr dann noch auf die Ernährung achtet und genug trinkt, tut ihr nicht nur eurer Gesundheit einen Gefallen, sondern werdet euch auch besser fühlen. Dann ist das Laufen im Alter quasi euer natürlich Anti-Aging-Programm. Und wenn ihr dann noch auf die Jagd nach Medaillen gehen wollt, hält euch niemand auf. Los geht’s!

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Titelbild © adriaticfoto (Shutterstock)

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Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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