Gehirnjogging – Training für die grauen Zellen

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Als ich Kind war, sagte meine über siebzigjährige Oma recht oft, dass die Zeit so schnell rennen würde. Das habe ich nie verstanden, denn in jungen Jahren kommt einem jede Woche ewig vor. Jetzt mit fast 50 Jahren weiß ich, was sie meinte. Wir fliegen durch die Monate, Sommer folgt auf Sommer und es geht mit großen Schritten durch die zweite Lebenshälfte. Diese gefühlte Beschleunigung ist tatsächlich belegt und versteckt sich in der Psyche. Unter anderem liegt es daran, dass wir immer weniger Dinge zum ersten Mal erleben. Der Alltag ist Routine und so vergeht die Zeit schneller. Etwas Gehirnjogging hilft, den Kopf fit zu halten und die Uhr wieder etwas langsamer drehen zu lassen.

Zum Wachrütteln habe ich ein paar Fragen: Könnt ihr drei Handynummern von Freunden und Bekannten auswendig aufsagen? Seid ihr schon mal nur mit einer Straßenkarte in den Urlaub gefahren? Und wann habt ihr das letzte Mal zum Beispiel den Zauberwürfel gelöst? Gerade in der aktuellen digitalen Welt verlassen wir uns im Alltag immer häufiger auf unser Smartphone und müssen immer weniger komplexe Aufgaben mit dem Kopf erledigen. Dadurch benötigen wir auch immer weniger Denkleistung und so verwundert es nicht, dass unser Gehirn schon mit 25 Jahren den Zenit erreicht hat, danach stetig wieder am Performance verliert. Mit Gehirnjogging könnt ihr den Kopf aber länger frischhalten.

Mit einer täglichen Einheit Gehirnjogging werden die Synapsen trainiert
B© Colin Behrens (Pixabay)

Was ist Gehirnjogging?

Der Name kommt nicht von ungefähr, denn auch das Training des Gehirns ist eine Art Sport. Dabei kommt ihr nicht in Schweiß. Aber trotzdem ist es eine Anstrengung für den Kopf. Hinter Gehirnjogging steckt die Durchführung von Übungen, um den Geist fit zu halten. So bringt ihr das Gedächtnis in Schwung und steigert eure Konzentrationsfähigkeit. Wenn ihr es professionell angeht, dann trainiert ihr mit unterschiedlichen Übungen verschiedene Fähigkeiten und sprecht damit unterschiedliche Bereiche des Gehirns an. Schon gut zwanzig Minuten pro Tag sind für das Gehirnjogging eine machbare und wirksame Dosis.

Wie kann man trainieren?

Es hält sich das Gerücht, dass zum Beispiel Kreuzworträtsel oder Sudoku helfen, um die Synapsen zum Glühen zu bringen. Das stimmt nur bedingt, denn auch solche Rätsel sind auf Dauer eine wiederkehrende Aufgabe und nutzen sich ab. Keine Sorge, wenn ihr sowas gern löst, solltet ihr das auch weiterhin tun. Es gibt aber ein paar weitere Aufgaben, die wir empfehlen. Vielleicht reist ihr besonders gern in ein bestimmtes Urlaubsland. Dann ist es nicht zu spät, um die Sprache zu lernen. Ihr könnt aber auch mal eine Zeitung rückwärts oder ein Buch über Kopf lesen. Oder mit der linken Hand die Zähne putzen. Durchbrecht die Routine und stellt euch selbst kleine Herausforderungen. So könnt ihr auch im Alter euer Gehirn zu einer Leistungssteigerung bringen. Denn durch Gehirnjogging verschalten sich die Nervenzellen im Kopf neu und sorgen für eine bessere Verarbeitung der eingehenden Informationen. Und das wirkt sich bereits nach ein paar Wochen positiv aus. Im Netz findet ihr eine Vielzahl von Aufgaben. Wenn ihr es ernst meint, helfen aber auch Bücher oder digitale Angebote.

Gehirnjogging per App

Natürlich kann man auch hier den Bock zum Gärtner machen und mit einer App regelmäßig das Hirn trainieren. Angebote gibt es genug, eine der bekanntesten Anwendungen ist Lumosity. In den App-Stores eures Smartphone-Dienstes findet ihr unter „Gehirnjogging“ eine Vielzahl verschiedener kostenloser und kostenpflichtiger Angebote. Außerdem gibt es auch Konsolenspiele für das Gehirnjogging wie zum Beispiel Dr. Kawashima für die Nintendo Switch.

Brainfoot

Wenn es um die „Birne“ geht, dann spielt auch die Ernährung eine ganz wesentliche Rolle. So sind Vitamine nicht nur wichtig, um die Abwehr zu stärken. Vielmehr schützen sie auch die Nervenzellen und helfen, die Konzentration zu steigern. Neben Vitaminen sind gesunde Fette auch wichtig für das Denkorgan, da kommt es insbesondere auf ausreichend Omega-3 Fettsäure an. Und nicht zuletzt solltet ihr ausreichend Wasser trinken, um für eine gute Durchblutung des Gehirns zu sorgen. Davon profitieren natürlich auch andere Organe im Körper.

Brainfoot wie Nüsse unterstützt beim Gehirnjogging
© Juan José Valencia Antía (Unsplash)

Das Gehirn braucht für den optimalen Betrieb eine stetige Zufuhr an Glucose. Das findet sich in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Kartoffeln. Auch Obst- und Gemüsesorten wirken sich positiv auf das Gehirn aus, denn sie enthalten neben Kohlenhydraten unter anderem viel Magnesium und die Aminosäure Tryptophan.

Abgesehen von der Ernährung sind ausreichend Schlaf, Gespräche mit anderen Menschen und Sport wichtige Zutaten, um den Kopf zu fordern und das Gehirn auf Trab zu halten. Es ist aber wie auch mit dem Workout. Geht es langsam an und entwickelt so einen Plan, der langfristig für euch funktioniert.

Linktipps

#1 Gehirntrainings-AppLumosity
Dr. Kawashimafür Nintendo Switch

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