Netflix-Dokuserie „The Last Dance“ – Michael Jordan & die Bulls

Im letzten Jahrtausend gab es einige großartige Sportfilme, die mir US-Sportarten näher gebracht haben. Da gab es „Schlagschuss“ mit Paul Newman als Eishockey-Coach, da waren die „Indianer von Cleveland“ über ein Baseball-Team, „Caddyshack“ zum Thema Golf und es gab „An jedem verdammten Sonntag“ mit Al Pacino als Football-Trainer. Und dann gab es auch noch ein echtes Märchen: Das „Dream Team“ der USA bei den Olympischen Spielen 1992. Die wohl beste Basketball-Mannschaft aller Zeiten. Wichtigste Achse im Team waren Michael Jordan und Scottie Pippen von den Chicago Bulls, die in den 90ern mit sechs Meistertitel die NBA dominierten. Und rund um dieses Team und diese Zeit gibt es eine sehr sehenswerte Doku auf Netflix: The Last Dance

In vielen Sportarten gibt es einen Superstar, der als der Beste aller Zeiten betitelt wird. Dafür gibt es sogar eine Bezeichnung, nämlich den G.O.A.T. Das hat allerdings nichts mit der wörtlichen Übersetzung „Ziege“ zu tun, sondern meint „The Greatest of All Time“. Im Football ist das Tom Brady, im Golf Tiger Woods – und beim Basketball ist es Michael Jordan, Spitzname „Air“.

Michael Jorden und die Chicago Bulls
© Netflix / Andrew D. Bernstein / NBAE /Getty Images

1984 wurde er im Draft von den Chicago Bulls gepickt. 1990 begann dann der Siegeszug der Bulls, angeführt von Michael Jordan, der diverse Rekorde aufstellte und mehrfach zum MVP gewählt wurde. Sein wichtigster Sidekick war Mitspieler Scottie Pippen. Und so kommt dieser in der Doku über Michael Jordan und die erfolgreichen 90er der Chicago Bulls auch recht oft zu Wort. Es geht weniger um den familiären Hintergrund oder Rassismus im Profisport, sondern um sportliche Erfolge, Ehrgeiz und die Sticheleien zwischen Spielern und den Verantwortlichen.

Nach drei Titeln in Folge trat Michael Jordan 1993 vom professionellen Basketball zurück – um nach gut einem Jahr Pause zurückzukehren. Zu dieser Zeit stieß auch Wild Boy Dennis Rodman dazu. So gewannen die Bulls nochmal drei Titel in Folge von 96-98. Kurz danach zerfiel die Mannschaft.

Dennis Rodman im Interview
© Netflix / Jeff Reinking / NBAE / Getty Images

Spannend ist „The Last Dance“ aber nicht allein aufgrund der sportlichen Highlights. Vielmehr ist es der Blick hinter die Kulissen. Es gibt zahlreiche Interviews mit Mitspielern, mit Gegenspielern, Journalisten, Trainern und sogar zwei US-Präsidenten. Und so verstehen wir, was Michael Jordan antrieb, warum er für den Wettkampf geboren und ein schlechter Verlierer war.

Im Fokus von „The Last Dance“ steht die letzte Saison 97/98, die von Coach Phil Jackson eben so betitelt wurde. Der mühsame Aufbau von einer stetig verlierenden Partytruppe bis zum erfolgreichen Seriensieger gipfelte in eben dieser Saison. Mit Konflikten, Skandalen, Verletzungen und einer überalterten Mannschaft.

Michael Jordan im Interview für The Last Dance
© Netflix

In zehn Folgen mit je 50 Minuten lernen wir den Menschen Michael Jordan besser kennen und gewinnen die Erkenntnis, dass in einem Mannschaftssport nur das Team gewinnen kann. Und auch wenn die Mitspieler teilweise in seinem Schatten stehen und zu kurz kommen, geht es doch auch um die Faszination der Chicago Bulls. Sportbegeistere sollten sich „The Last Dance“ auf jeden Fall mal anschauen. Hier ist ein erster Appetit-Happen:

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Fotos © Netflix

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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