Oben ohne – warum Männer zu ihrer Glatze stehen sollten

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Unsere Generation X ist der erste Jahrgang, der auch jenseits des 50. Geburtstages immer noch problemlos Jeans, Sneaker, Hoodie und Basecap tragen kann. Und gerade die Mütze steigt in der Gunst, kaschiert sie mit der Glatze doch das lichter werdende Haupthaar. Ein Shampoo-Hersteller hat mich kürzlich auf dieses Thema gebracht, denn er wirbt mit dem Slogan „Weil ich meine Haare behalten will“. Als jemand, der seit 25 Jahren seinen „Katzenarsch“ trägt und – nach einer Jugend mit allen Haarlängen – bei gepflegten zwei Millimetern angekommen und mit seiner Glatze sehr glücklich ist, frage ich mich: warum verdammt nochmal wollen wir unsere Haare denn eigentlich behalten?

Haarige Angelegenheiten

Klar, Haare sind ein sehr großes Thema. Für Männer und für Frauen. Da ist zum einen die Frage, wie man sie wegbekommt und sich Bart, Brust, Intimbereich oder Ganzkörper rasiert, lasert, epiliert oder waxt. Nicht minder interessiert ist jedoch auf der anderen Seite, wie man Haare stylt, wachsen lässt – oder eben behält. Die Werbung spielt mit der Angst der Männer, dass die Frisur im Laufe des Älterwerdens durchsackt und vom Kopf auf den Rücken wandert. Und einige Promis wie Robbie Williams, Jürgen Klopp und Christian Lindner sorgen mit der Öffentlichmachung ihrer Haartransplantation ebenfalls dafür, Männer für mögliche medizinische Anpassungen zu sensibilisieren. Und nicht zuletzt legt Jenke von Wilmsdorff mit „Das Schönheits-Experiment“ den Finger in gesteigerter Form in die Wunde und offenbart, welche Qualen auch Männer auf sich nehmen, um sich etwas Jugendlichkeit in das verlebte Gesicht zu zaubern. Dabei fragen wir doch einfach mal die Personen, die den Anblick täglich ertragen müssen: die Partner.

Business-Mann mit Glatze
© Ono Kosuki (Pexels)

Studie: Männer mit Glatze sind sexy

Schon vor einigen Jahren führte Albert E. Mannes für die University of Pennsylvania eine Studie durch, um herauszufinden, inwieweit spärliches Haar sich auf die Bewertung von Männern auswirkt. Das Ergebnis überrascht: Männer mit poliertem oder kurzrasiertem Schädel werden von anderen Menschen als dominanter und erfolgreicher gegenüber Menschen mit längerem Haar eingeschätzt. Aber Vorsicht: die Halbglatze fällt leider durch. Es muss schon komplett kahl sein. Wer sich an dieses Erfolgsrezept hält, wirkt nicht nur intelligenter, sondern punktet auch beim Attribut „sexy“. Oha.

Die Tatsache, dass die durchblitzende Kopfhaut der Psycho der Männer einen Knacks versetzt und zu einem verminderten Selbstbewusstsein führt, scheint mittlerweile überholt. Warum ein „bald head“ in der Gunst der Menschen so weit vorn landet, kann verschiedene Gründe haben:

Prominente Vorbilder

Es gibt mit Bruce Willis, Jason Statham und Michael Jordan eine Reihe bekannter Vorbilder, die zu ihrem Kurzhaarschnitt stehen. Aber auch Detlef Soost, Zinedine Zidane und Dwight Johnson kennen wir nur ohne üppige Haarpracht. Gerade diese Beispiele sind Actionfilm-Helden oder Supersportler, die man sich in Krisensituationen als starke Person an seiner Seite wünscht.

Glatze = männlich

Eine weitere Studie hat ergeben, dass sich über 70 Prozent der Frauen überhaupt nicht an dem ausfallenden Haar stören, was bei den meisten Herren ab 35 Jahren einsetzt. Und gefragt nach Begriffen, die zur Glatze als erstes einfallen, landen „Männer“, „männlich“ und „sexy“ auf den vorderen Plätzen. Die Glatze hat den Bart aus Zeichen für Führungsqualitäten abgelöst. Gar nicht schlecht, oder?

Mut zur Platte

Die Glatze ist Ausdruck dafür, dass der Träger sich bewusst für diese Frisur entschieden hat und nichts kaschieren möchte. Somit wird ihm gesteigerte Entscheidungsfreude und Mut zur Schwäche bescheinigt. Und ohne Locken für dem Gesicht kann „sie“ ihm auch viel besser in die Augen gucken.

Älterer Mann mit Glatze
© Brett Sayles (Pexels)

Mit der Potenz steht die Frisur übrigens in keinem Zusammenhang. Und da hilft es ebenfalls nicht, sich die Nase vergrößern zu lassen. Obwohl, vielleicht wird’s Jenke mal ausprobieren. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Und wenn’s kalt wird an den Ohren, dann finden wir sicherlich auch noch ein paar stylishe Wollmützen für euch. Stay tuned…

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Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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