Fashion für Männer über 50 – trist oder trendy?

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Wenn wir bei der Generation der Best Ager einen Blick in die Kleiderschränke werfen, dann stellen wir fest, dass so gut wie alles erlaubt ist. Und das gilt nicht nur für Beenager. Wir finden silberne Daunenjacken, karierte Vans, Band-Shirts, zerrissene Jeans, Base-Caps und Hoodies. Erlaubt ist, was gefällt. Und doch fällt uns im Alltag auf, wenn Männer sich besonders stilvoll kleiden. Oder es mit einem juvenilen Outfit übertreiben. Daher gucken wir etwas genauer hin und sammeln ein paar Tipps für einen altersgerechten und trotzdem modischen Auftritt. Ein gutes Styling fängt natürlich bereits bei Bart und Frisur an. Das überspringen wir heute und kümmern uns nur um Fashion.

Während man als junger Mensch noch so gut wie jeden Trend mitmacht und seine Dollars bei Urban Outfitters, Birkenstock und Jack Wolfskin versenkt, entsagt man im Alter der „fast fashion“ und greift auf Bewährtes zurück. So zumindest Otto Normal. Oder auch Andreas Wrede, Chefredakteur der Zeitschrift MAX und somit seit 30 Jahren Experte für Fashion. Im Podcast TOMorrow von Tom Junkersdorf sagte er:

„Wenn man älter wird, dann hat man nicht mehr das Gefühl, man müsse immer à jour sein. Da zieht man eher die Sachen an, die einem wirklich gefallen und kombiniert auch mal Sachen, die man früher nie kombiniert hätte.“

Andreas Wrede im Podcast TOMorrow

Wahrscheinlich nickt ihr zustimmend, denn gerade zu Zeiten des Homeoffice wechselt ihr wahrscheinlich eure Lieblingsjeans mit der Jogginghose ab und tragt dazu gemütliche Pullover. Die Zeit wird aber kommen, dass ihr wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmt. Und dann liegt ihr, je nach Anlass, hiermit richtig.

Im Alltag – puristisch & cool

Fangen wir unten an, denn schon an den Schuhen erkennt der Experte den Geschmack für Fashion: wenn schon Sneaker, dann einfarbig. Weder Laufschuhe noch allzu bunte Turnschuhe unterstreichen einen kernigen Look. Was ebenfalls immer funktioniert sind Boots. Meine Frau hat mir kürzlich verboten, mir nochmal Dr. Martens zu kaufen. Wahrscheinlich zurecht. Aber Schuhe von Red Wing oder Chelsea Boots sind eine gute Wahl. Ins Auge fällt übrigens auch sofort, ob die Treter gut gepflegt werden. Und jede Form des offenen Schuhes ist nicht zu empfehlen.

Bei den Hosen tragen Best Ager meist Jeans oder Chino. Beides ist in Ordnung. Nur sollte die Jeans weder zerrissen noch gecheckt, sondern maximal dezent gewaschen sein. Ein dunkler Denim eignet sich übrigens auch hervorragend für den Business Look. Auch, und zu „skinny“ kann es auch nicht jeder tragen, lasst da ruhig etwas Luft.

Mens Fashion - auch Best Ager dürfen stylish sein und Farbe im Kleiderschrank haben
© NordWood Themes (Unsplash)

Obenrum bieten sich bei sommerlichen Temperaturen schmal geschnittene T-Shirts oder Polohemden an. Aus dem Kleiderschrank verbannen würde ich die Band-Shirts von Metallica und alles in Rosa, Lila oder zu sanften Farben. Kontraste sind aber ausdrücklich erlaubt und bringen tolle Akzente in die sonst eher dunkle Fashion für Best Ager.

Einfarbige oder karierte, ebenfalls nicht zu groß ausfallende Hemden sind zeitlos gut. Wenn es kälter wird, dann empfehlen sich Wollpullover oder Sweatshirts.

Accessoires

Viele Männer pimpen ihr Outfit mit kleines Highlights. Das macht auch total Sinn, wenn man es nicht übertreibt. Eine Kette am Hosenbund untermalt das Biker-Image, ein fetter Ring oder die wuchtige Gürtelschnalle versprühen Bad Boy-Feeling und auf die Uhr guckt angeblich eh jedes männliche Gegenüber. Ihr solltet es nur auch hier nicht übertreiben und zu den Accessoires auch noch Hosenträger, Manschettenknöpfe und eine Flatcap kombinieren. Sonst seht ihr ähnlich schräg aus wie Jack Sparrow. Alles einzeln kann jedoch stylish sein.

Business Fashion für Männer

Business Fashion gehört in den Schrank, wenn es einen Dresscode gibt
© David Lezcano (Unsplash)

Irgendwann geht ihr bestimmt auch mal wieder in euer Büro. Viele Menschen tragen dann den gleichen Look wie zuhause. Sicherlich ist das die gemütlichste aller Möglichkeiten. Der Spruch „Kleider machen Leute“ ist zum Glück überholt. Und trotzdem setzen viele Unternehmen immer noch die Dresscode „casual“ voraus. Eine ganz klare Definition gibt es nicht, daher solltet ihr, gerade bei einem neuen Arbeitgeber, den richtigen Dress herausfinden. Bei „casual“ liegt ihr mit einer dezenten Jeans oder Chino-Hose meist richtig, kombiniert mit einem schicken Hemd oder Polo, darüber ein gut sitzendes Sakko. Bei Schuhen sind mittlerweile weiße Sneaker meist erlaubt, ansonsten tun es auch elegante Lederschuhe. Eine Krawatte gehört bei diesem Dresscode ganz klar noch nicht dazu.

Es gibt jedoch auch Büros oder Kanzleien, da ist ein Anzug Pflicht, meist dann auch mit Krawatte. Ein guter Anzug ist aber nochmal eine ganz eigene Welt für sich. Hier findet ihr ohne Beratung kaum das richtige Teil von der Stange. So sind eintönige Farben und Nadelstreifen mittlerweile überholt. Wir werden mal checken, inwieweit wir auch dazu Infos für Euch aufbereiten können.

Titelbild: © PH888 (Shutterstock)

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Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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