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Ein guter Vorsatz: Altglas korrekt entsorgen

Vielleicht kennt ihr das: Ihr steht mit einer ganzen Kiste voller Altglas vor dem Container, zieht die blaue Bombay Sapphire Ginbuddel und zögert kurz. Denn die ist ja weder weiß noch grün oder braun. Was also tun? Am besten einfach weiterlesen, denn für die korrekte Entsorgung von Altglas ist man nie zu alt. Und wenn ihr es richtig macht, haltet ihr das Recycling-System am Laufen. Daher haben wir das Thema heute mal aufbereitet, denn sicherlich startet ihr mit recht viel Leergut in das neue Jahr.

Und wenn ihr nun meint, das sei gerade für Menschen mit etwas mehr Lebenserfahrung ein alter Hut, dann stimmt das nur bedingt. Denn eine aktuelle Umfrage hat ergeben, dass die Glasverpackungen, die nicht weiß, grün oder braun sind, meist im falschen Glascontainer landen.

Weihnachten und Silvester ist die Boomphase der Altglascontainer, denn zu dieser Zeit wird nicht nur verstärkt Alkohol und Hochprozentiges wie Sekt, Wein und Schnaps konsumiert, sondern auch Rotkohl, Grünkohl und Mixed Pickles aus Gläsern. Um diese Glasgefäße korrekt in den Recyclingkreislauf einzubringen, müssen sie in Altglascontainern entsorgt werden, sortiert nach Weiß-, Braun- und Grünglas.

Farbiges Altglas entsorgen

Was ist aber zu tun, wenn ihr Glasverpackungen wegschmeißen wollt, die ihr nicht direkt zuordnen könnt? Das weiß laut einer aktuellen Umfrage nur etwa ein Viertel der Menschen in Deutschland.

Pressegrafik Glasverpackungen Credit Muelltrennung wirkt
© Initiative „Mülltrennung wirkt“

Wie ihr ab jetzt euer Altglas korrekt entsorgt und warum die richtige Zuordnung von eurem Buntglas wichtig ist, erklärt die InitiativeMülltrennung wirkt“-

Was gehört ins Altglas?

Leere Verpackungen aus Glas, auf die kein Pfand erhoben wird, gehören in die Glascontainer und niemals in den Hausmüll. Zu dieser Art von Altglas zählen Sekt-, Wein- oder Saftflaschen, Flaschen für Essig, Öl, Ketchup oder Soßen sowie Rotkohl-, Gurken- oder Marmeladengläser. Das gleiche Prinzip gilt außerdem für kosmetische und pharmazeutische Glasverpackungen wie Parfümflakons oder leere Fläschchen für Hustentropfen.

Zuordnung bunter Flaschen

Das Altglas muss nach Farben sortiert in die jeweiligen Behälter für Grün-, Braun- oder Weißglas eingeworfen werden. Die Prosecco-Flasche oder die schon erwähnte Gin-Flasche ist blau? Da braucht ihr eigentlich gar nicht so lange überlegen. Außergewöhnlich gefärbtes Glas, wie blaue oder rote Flaschen, gehören in die Container für Grünglas, denn das verträgt als Mischfarbe die meisten Unreinheiten im anschließenden Recycling. Deckel müssen übrigens nicht abgeschraubt werden, da sie in den Glassortieranlagen separiert werden können.

Informationsbedarf: Nur wenige kennen sich mit der Entsorgung von Buntglas aus

Glasrecycling ist grundsätzlich in der Bevölkerung anerkannt, denn mit 80 Prozent entsorgt die große Mehrheit der Verbraucher*innen in Deutschland ihr Altglas in Glascontainern, größtenteils auch nach den Farben Weiß, Braun und Grün sortiert. Doch wenn’s bunt wird, steigt bei den Menschen die Unsicherheit. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage werfen nur knapp ein Viertel der Verbraucher*innen (23 Prozent) Glasverpackungen, die nicht weiß, grün oder braun sind, richtig in den Container für Grünglas.

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© Meizhi Lang (Unsplash)

Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“, erklärt: „Glasverpackungen sind ‚Recycling-Champions‘. Sie lassen sich beliebig oft zu neuen Glasbehältern einschmelzen, ohne an Qualität einzubüßen. Doch dafür ist ein richtiges Vorsortieren nach Farben nötig. Gerät zum Beispiel ein farbiges Glas zwischen das Weißglas, verfärbt sich das gesamte Glas beim Einschmelzen und der Wiedereinsatz ist nur noch sehr beschränkt möglich.“

Nicht alle Glasabfälle gehören in Glascontainer

Kaputte Sektgläser, zersprungene Weihnachtskugeln aus Glas oder leergebrannte Kerzengläser haben nichts in Containern für Altglas zu suchen. Gleiches gilt für sogenanntes Flachglas wie Fensterscheiben oder Spiegel. In der Regel sind diese Glasarten von anderer Beschaffenheit als Glasflaschen und haben unterschiedliche Schmelzpunkte. Sie verunreinigen die Glasschmelze und können das Recycling unmöglich machen. Am besten werden sie an einem Wertstoffhof abgegeben oder – dies gilt jedoch nur für kleinere Gegenstände – in der Restmülltonne entsorgt.

Glasrecycling – ein unerschöpflicher Kreislauf für die Umwelt

Recyclingglas gilt als wichtigster Rohstoff für die Glasherstellung. Jede neue Glasflasche besteht zu 60 Prozent aus „Alt“-Scherben, bei der Farbe Grün sind es sogar bis zu 90 Prozent. Dabei spart der Einsatz von Recyclingglas Energie und Ressourcen: 10 Prozent Scherbeneinsatz reduzieren die Schmelzenergie um 3 Prozent und die CO2-Emissionen um 3,6 Prozent.

Entsorgung von Altglas ist eigentlich ganz einfach, aber die meisten Deutschen kennen sich nicht damit aus.
© Aleksandr Kadykov (Unsplash)

Tipp: Wenn die Glascontainer nach Silvester voll sind, dürfen Glasflaschen und -behälter nicht auf oder neben den Container gestellt, sondern müssen wieder nach Hause mitgenommen werden. Eine Information an das zuständige Entsorgungsunternehmen hilft, das Problem zu lösen. Die Telefonnummer ist auf dem Glascontainer angebracht. Auf keinen Fall sollte das Glas im Restmüll entsorgt werden, denn dort ist es für das Recycling verloren.

Titelbild © Miloslav Hamřík (Pixabay)

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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