Schauspieler, Musiker, UNICEF-Botschafter, Familienvater – Lenn Kudrjawizki ist einer von denen, die nicht nur reden, sondern machen. In Folge 68 des NOT TOO OLD Podcast erzählt er, warum er mit 50 beim „Kroatien-Krimi“ gekündigt hat, was ihm die Geige bedeutet, wie er mit Kevin Costner gejammt hat, wie er die Folgen des Klimawandels rund um den Globus erlebt und warum er lieber Schulen in Mosambik baut, als in der Komfortzone zu bleiben. Hört mal rein.
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Wenn Lenn Kudrjawizki von seinem 50. Geburtstag im Oktober 2025 erzählt, klingt das erstaunlich unspektakulär. Spontan einen Tisch im Lieblingslokal reserviert, Freund*innen zusammengetrommelt, die gerade in der Stadt waren, gemeinsam gegessen und gequatscht. Kein großes Brimborium, keine inszenierte Party, nur liebe Menschen und wertvolle Lebenszeit. Fast wäre der runde Geburtstag sogar untergegangen, weil kurz zuvor seine erste Benefizgala „United for Children“ in Hamburg über die Bühne ging.
Für Lenn ist die 50 kein Schock, sondern ein Neuanfang. Er beschreibt es philosophisch: Vor hundert Jahren lag das Durchschnittsalter bei knapp über 40. Mit 50 beginnt heute vielleicht ein zweites Leben. Und somit eines, das man bewusst gestalten darf. Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Gespräch im NOT TOO OLD Podcast: Lenn ist heute klarer unterwegs als je zuvor. Nicht weil er weniger macht, sondern weil er genau weiß, wofür er es macht.
Abschied vom Kroatien-Krimi: Platz schaffen für neue Geschichten
Zehn Jahre lang war Lenn als Kommissar Emil Perica im „Kroatien-Krimi“ zu sehen. Bis zu sechs Millionen Zuschauer verfolgten die ARD-Reihe, die ihn regelmäßig an die kroatische Adriaküste brachte. Dann kündigte er. Nicht aus Frust, nicht wegen eines Konflikts, sondern weil es sich richtig anfühlte und er offen ist für neue Aufgaben.
Im Podcast beschreibt Lenn, wie wichtig es ist, rechtzeitig loszulassen. Er wollte nicht auf eine Figur festgelegt werden, sondern Raum schaffen für neue Rollen, andere Projekte, für das, was als Nächstes kommt. Dieser Schritt mit 50 ist mutig, aber aus seiner Sicht folgerichtig: Er hat in seinem Leben schon oft Neuanfänge gewagt und dabei gelernt, dass Veränderung keine Bedrohung ist, sondern eine Chance.
Dabei half ihm auch die Musik. Die Geige begleitet ihn seit seinem sechsten Lebensjahr und war für ihn immer mehr als nur ein Instrument. In schweren Zeiten war die Geige sein Trost. Musik hat für ihn einen heilenden, moralischen Aspekt. Heute gründet er mit dem Berlin Show Orchestra Deutschlands erstes nachhaltiges Orchester und verbindet damit Kunst mit Klimaschutz.

UNICEF-Botschafter: Von Kroatien nach Mosambik
Doch was Lenn wirklich antreibt, ist sein Engagement für Kinder in Not. Als UNICEF-Botschafter setzt er sich seit Jahren für Klimaschutzprojekte ein. Und das nicht nur auf dem Papier. Nach dem verheerenden Erdbeben in Kroatien 2020 fuhr er mit dem Elektroauto von Berlin nach Split, um Spenden zu sammeln. Über 25.000 Euro kamen zusammen. Mit dem Geld baute er ein Jugendzentrum auf und organisierte psychologische Betreuung für traumatisierte Kinder.
Im Podcast wird deutlich: Für Lenn geht es nicht um PR oder mediale Aufmerksamkeit. Es geht um echte Verantwortung. Als Familienvater von zwei Kindern fragt er sich ständig, welche Welt er der nächsten Generation hinterlässt. Diese Frage treibt ihn um und führt ihn auch nach Mosambik.
Dort wütete 2023 der Zyklon Freddy. Fast eine Million Menschen gelten heute als Klimaflüchtlinge. Lenn war vor Ort und sah das Ausmaß der Katastrophe mit eigenen Augen. Zusammen mit UNICEF arbeitet er daran, klimaresiliente Schulen zu bauen. Also Gebäude, die auch bei extremen Wetterbedingungen Unterricht ermöglichen. Es geht um Schwimmkurse für Kinder in Regionen, in denen der Wasserspiegel Jahr für Jahr steigt. Es geht darum, dass die Menschen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, seine Hauptlast tragen.
Im Gespräch beschreibt Lenn, wie sehr ihn diese Ungerechtigkeit bewegt. Kinder in Mosambik leiden unter den Folgen unseres Lebensstils und trotzdem schauen wir oft weg. Für ihn ist das keine Option.
United for Children: Mehr als ein Konzert
Im Oktober 2024 organisierte Lenn seine erste Benefizgala „United for Children“ in Hamburg. Mit Stars wie Jürgen Vogel, Glasperlenspiel und Meret Becker sollte die Veranstaltung nicht nur Spenden sammeln, sondern auch zeigen, dass Events klimaneutral funktionieren können. Statt komplette Bands mit Crew einzufliegen, reisten nur die Sängerinnen und Sänger an, begleitet vom Berlin Show Orchestra.
Die Gala war ein voller Erfolg. Im November 2026 folgt die nächste Ausgabe, diesmal noch größer in der Barclay Arena in Hamburg. Für Lenn ist das mehr als ein Event. Es ist ein Statement: Man kann Gutes tun und dabei nachhaltig handeln. Man kann Menschen begeistern, ohne die Welt zu belasten.
Familie, Werte und wertvolle Lebenszeit
Bei allem Engagement bleibt Lenn vor allem eines: Familienvater. Familie ist für ihn der Anker, der ihm Halt gibt. Gerade in einer Zeit, in der er beruflich viel unterwegs ist.
Lenn ist Vegetarier, verzichtet weitgehend aufs Fliegen und fährt nur noch Elektroauto. Das sind keine Marketing-Gags, sondern konsequente Entscheidungen. Er hat erkannt, dass persönlicher Klimaschutz bei einem selbst anfängt und dass die größten Hebel nicht im Verkehr, sondern in der Ernährungsindustrie liegen.
Im NOT TOO OLD Podcast verwendet er immer wieder den Begriff „wertvolle Lebenszeit“. Es geht ihm nicht darum, möglichst viel zu machen, sondern das Richtige. Zeit mit der Familie, Zeit für Engagement, Zeit für Musik, das sind die Dinge, die zählen. Nicht Karriere um der Karriere willen, nicht allein für Ruhm oder Geld.
Ein zweites Leben mit 50
Am Ende des Gesprächs wird klar: Lenn Kudrjawizki ist mit 50 angekommen. Nicht im Sinne von „fertig“, sondern im Sinne von „bereit“. Bereit für neue Geschichten, neue Projekte, neue Herausforderungen. Er sucht keine Rollen mehr, er schafft Raum. Für sich, für seine Familie und für die Kinder dieser Welt.
Und genau das macht ihn zu einem perfekten Gast für NOT TOO OLD. Ein Mann, der zeigt: Mit 50 fängt das Leben nicht an zu enden. Es fängt an, richtig Sinn zu machen.
Links zu Lenn Kudrjawizki
| Website von Lenn Kudrjawizki | www.lenn.de |
| Sein Unicef-Projekt | United for Children |
| Lenn als Unicef-Botschafter | unicef.de/lenn-kudrjawizki |
| Lenn bei Instagram | @lenn_kudrjawizki |
| Lenn bei Facebook | @LennKudrjawizki |
| Sein Buch | „Familienbande“ bei Amazon (Affiliate-Link) |
