Wer das Reisen den jungen Menschen überlässt, verpasst etwas. Denn idealerweise hat man mit 50 ein größeres Budget und mehr Zeit, als noch mit 20. Viele Menschen sehen ihre Jugend als das goldene Zeitalter des Reisens an, doch tatsächlich kann es, in vielerlei Hinsicht, viel bereichernder sein, wenn man bereits etwas Reife und die entsprechenden Finanzen angesammelt hat. Es geht nicht darum, einfach Sehenswürdigkeiten abzuhaken oder vor den Nachbarn zu prahlen.
Wer in seinen Fünfzigern und darüber hinaus reist, genießt besseren Wein, Bequemlichkeiten und die Unabhängigkeit, die man während der Schulferien oder beim Jobben neben dem Studium kaum hat. Außerdem muss man sich selbst nichts mehr beweisen. Man wählt das Ziel nach eigenem Interesse, und nicht abhängig davon, wie gut es auf Instagram aussehen würde.
Komfort als Standard
Die neue Freiheit will allerdings auch geplant werden. Natürlich kann man bei Flügen und Unterkünften sparen, Stress in Kauf nehmen und müde ankommen. Aber gerade in den Fünfzigern und darüber hinaus, sollte man sich genau fragen, wie viele Unannehmlichkeiten man tatsächlich bereit ist, zu schlucken. Ein Direktflug in der Premium Economy oder gar der Business Class macht die Anreise nicht zu einem anstrengenden Übel, das man eben auf sich nehmen muss. Nein, wenn man als erwachsene Person reist und sich ein wenig Komfort erlaubt, ist die Anreise schon Teil des Urlaubs.
Auch beim Transport vor Ort kann man sich, sofern es das Budget erlaubt, ein wenig verwöhnen. Ein Automatik-Mietwagen mit Vollkasko-Versicherung minimiert den Stress vor Ort. Man kann ihn oft schon am Flughafen abholen, sodass man sich das teure Taxi oder die lange Zugfahrt in die Stadt spart. Was die eigentliche Reisezeit angeht, ist die sogenannte Nebensaison, also die Zeit im Mai und Juni sowie im September und Oktober für Best Ager in der Regel die beste Wahl. Die Temperaturen sind an vielen Flecken der Erde mild und mit weniger Trubel lässt es sich besser erkunden.

Sicherheit und Vorsorge
In den Zwanzigern geht es darum, die Reise so günstig wie möglich zu gestalten, auch oder gerade wenn es dabei abenteuerlich wird. Später im Leben gilt: Sicher reisen, entspannt ankommen. Denn wer auf das Unvorgesehene vorbereitet ist, meistert alle Eventualitäten, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen. Eine umfassende Reiseversicherung kann zum Beispiel Gold wert sein. Denn man muss nicht erst in einen schweren Autounfall geraten, um sie zu nutzen. Selbst ein hartnäckiger Zahnschmerz kann den gesamten Urlaub ruinieren, wenn man versucht, ihn zu ignorieren, da die Versicherung erst wieder zu Hause greift.
Ein einfacher Schutz kostet oft nur wenige Euro und kann für die Anzahl der Urlaubstage abgeschlossen werden. Einmal abgeschlossen, sollten die Dokumente der Versicherung sicher mit allen anderen wichtigen Papieren verwahrt werden. Eine digitale Kopie, die auf dem Smartphone gespeichert ist, kann dabei die Papierversion in der Brieftasche ergänzen und neben anderen Dokumenten wie einem internationalen Führerschein oder einem Visum jederzeit verfügbar sein. Innerhalb der Europäischen Union mag man ohne solche Dokumente unterwegs sein können, doch spätestens, wenn es an ein anderes Ende der Welt geht, sollte man gut vorbereitet sein.
In der Karibik, Lateinamerika und Südostasien kann sich auch ein Best Ager schnell von den Farben, Klängen und Düften auf den Straßen treiben lassen, und bevor er sich versieht, wirkt das Hotel kilometerweit weg und niemand spricht die eigene Sprache. Zwar kommt man auch mit Hand und Fuß weit, doch ein Aspekt, der den Urlaub und solche Situationen deutlich entspannter machen kann, sind die mobilen Daten.
Mit einer eSIM für Asien lässt man sich über den thailändischen Markt treiben, bis man satt und glücklich ist, und navigiert anschließend kinderleicht per Google Maps zurück zum Hotel. Eine solche eSIM lässt sich problemlos organisieren, auch schon vor der Reise, und wer mit ihr unterwegs ist, nimmt den Komfort einer Internetverbindung mit ins ferne Paradies.

Die Kunst, Wurzeln zu schlagen
Mit dem Alter lernt man oft auch erst die Kunst, stillzusitzen. Und dem muss man beim Reisen nicht den Rücken kehren. Der Begriff Slow Travel steht für eine Art des Reisens, bei der man Hektik zu Hause lässt und sich gegen fünf Hotels in fünf Tagen entscheidet und dafür lieber zehn Tage an einem Ort verbringt. Die Vorteile liegen auf der Hand. Zum einen kann man schon bei der Ankunft auspacken, sein Hab und Gut verstauen und die Ferienwohnung, die Finca oder das Hotelzimmer zum temporären Zuhause machen. Zum anderen lernt man einen Ort mit mehr Tiefe kennen, als wenn man nur die beliebtesten Plätze abklappert und sich dann schon auf den Weg zur nächsten Attraktion macht.
Beim Reisen in der zweiten Lebenshälfte nimmt man sich am besten vor, sich für eine Zeit lang unter die Einheimischen zu mischen. Geht es morgens zum lokalen Bäcker und nachmittags für den Espresso in die Stammbar, entstehen echte Erinnerungen und man knüpft vielleicht sogar eine neue Freundschaft. Auch in der Kulinarik darf es langsam zugehen. Restaurant-Tipps abseits der Touristenmeilen erzählen die Geschichte eines Ortes oft am besten.
Geheimtipps für Genießer
Und wo darf es nun eigentlich hingehen? Hat man die Zeit und Ressourcen, steht einem die ganze Welt offen, doch drei Tipps passen besonders zu reifen Menschen, die bewusst genießen möchten. Zu ihnen gehören:
● Alentejo in Portugal: Die Region im Süden des Landes wird nicht umsonst als ihre antike Seele beschrieben. Rund um sanfte Hügel finden sich hier idyllische Dörfer, hervorragende Weine und ein Sternenhimmel, wie man ihn an nur wenigen Orten auf der Welt findet.
● Die Liparischen Inseln in Italien: Hier treffen vulkanische Gesteine auf die äolische Gelassenheit. Die sieben Inseln im Mittelmeer laden zum Insel-Hopping per Fähre ohne Massentourismus ein und bieten Farbkulissen, an denen man sich nicht sattsehen kann. Ein besonderes Highlight ist hier ein Abendessen auf Salina mit Blick auf den Stromboli – Erholung pur.
● Das kanadische Québec im Indian Summer: Ein Stück weiter ist die Reise nach Québec, doch wer einmal europäischen Charme in Nordamerika entdeckt hat, weiß, warum sich der Flug lohnt. Die Stadt ist sicher, landwirtschaftlich atemberaubend und mit perfekter Infrastruktur ausgestattet. Wer hier unterwegs ist, darf sich auf keinen Fall die Route entlang des Sankt-Lorenz-Stroms entgehen lassen.

Packen mit System
Doch egal, wohin die Reise geht, beim Packen sollte man auf Qualität vor Quantität setzen. Die Versuchung, viel mitzunehmen, mag groß sein, aber am besten reist es sich mit leichtem Gepäck. In einer sogenannten Capsule Wardrobe passt jedes Kleidungsstück zum nächsten, sodass man mit wenigen hochwertigen Stücken eine Vielzahl an Outfits erstellen kann und gleichzeitig für schicke, gelassene und aktive Anlässe vorbereitet ist. Ganz besonders wichtig ist dabei gutes Schuhwerk. Hier sollte man nicht sparen, egal ob man auf vietnamesischen Märkten, schottischen Klippen oder in San Francisco unterwegs ist.
Und wer zusätzlich noch einen leichten Schal einpackt, profitiert davon auf jedem Flug und in den klimatisierten Räumen, die man im Sommer fast überall vorfindet. Dann darf ruhig noch etwas Platz für eine kompakte Reiseapotheke und hochwertigen Sonnenschutz sein, und schon ist der Großteil des Gepäcks bereit.
Finanzen und Technologie
Zur Kleidung, allen wichtigen Papieren, Medikamenten und der Hautpflege kommen auch noch technische Geräte, ohne die man nicht reisen mag. Eine gute Kamera kann viel wert sein, doch auch ein modernes Smartphone nimmt großartige Bilder auf. Mit Übersetzungs-Apps wie DeepL, Währungsrechnern und spezialisierten Wander-Apps wie Komoot für leichte Spaziergänge, wird es zum echten Alleskönner, mit dem Best Ager ihre ganz persönlichen Assistenten in der Hosentasche haben.
Vor der Reise sollte man außerdem einen besonderen Blick auf sein Kreditkarten werfen, denn die ein oder andere bietet Zugang zu einer Lounge am Flughafen oder hat eine Versicherung inklusive, mit der man etwa sein Gepäck oder einen gestrichenen Flug absichert.
Eine Reise wie man sie sich verdient hat
Wer also glaubt, er hätte die besten Reisejahre bereits hinter sich gelassen, muss erneut hinsehen. Die wahre Freiheit beginnt oft erst, wenn der Termindruck des Berufslebens nachlässt und man mit echter Ruhe durch den Tag gehen kann. Warum sollte das im Alter nicht genauso gut gehen wie in der Jugend? In der zweiten Lebenshälfte ist eine Reise kein Kompromiss. Es ist die Zeit, in der man die Welt noch einmal ganz neu entdecken kann – und zwar langsamer, tiefer und mit einem Komfort, den man sich über die Jahre verdient hat.
