Electric Avenue – Volvo C40 Recharge

Wir haben die Zukunft gesehen. In einem Volvo C40 Recharge. Als Kinder der 70er und 80er stammen wir aus einer Zeit, in der das Auto andere Ausprägungen hatte als heute. Keine Gurte auf der Rückbank, selten schneller als 160 km/h und an die Umwelt wurde auch nicht wirklich gedacht. Weder vom Hersteller noch von den Autofahrern. Lässige Typen hatten blubbernde V8-Motoren mit einem Spritverbrauch jenseits der 20 Liter. Heute haben die coolen Dudes ein Elektroauto wie den Volvo C40 Recharge. Mit deutlich besserer Umweltbilanz als ein Verbrenner, fast 100 Prozent veganem Material und sportlichen Fahreigenschaften. Wir waren auf Testfahrt.

Fast jeder Mensch hat zu den Automarken bestimmte Assoziationen, Sympathien oder Vorurteile. Und jeder Autohersteller hat eine Zielgruppe vor Augen, die als Käufer angesprochen werden sollen. Ich persönlich mag die Marke Volvo schon lange. Sie steht für ein hohes Maß an Sicherheit, für skandinavisches Design, für Understatement und für ein modernes Denken in Sachen Mobilität. Das Abregeln aller Modelle bei 180 km/h hat einigen Kunden ebenso wenig gefallen wie der Fokus auf die Vierzylinder-Motoren. Und trotzdem ist es eine aus unserer Sicht vorbildliche Fokussierung auf nachhaltige Mobilität.

Volvo C40 Recharge heck
© Volvo Cars

Mit dem Volvo C40 Recharge steht nun ein Elektroauto zum Kauf bereit, welches kaum einen Wunsch für die Fahrt durch den täglich Großstadtdschungel offen lässt. Warum das auch Tiere freut, verraten wir euch nach unser Testfahrt durch das Umland von Hamburg.

Besondere Merkmale

Der Volvo C40 Recharge Pure Electric ist ein vollelektrischer Crossover in kompakter Optik. Produziert wird er im belgischen Volvo Werk in Gent. Mit 4.43 Metern Länge ist er eher klein und wendig, die Pixel-LED-Scheinwerfer im „Thors Hammer“-Design verleihen dem Volvo C40 trotzdem einen wuchtigen Auftritt.

volvo c40 front
© NOT TOO OLD

Acht Farben sind verfügbar, darunter sehr stylishe und knackige Töne wie Fjord Blue Metallic oder Sage Green Metallic. Meine Wahl wäre Thunder Grey Metallic. Das passt super zu dem Kontrastdach in Schwarz und den 19-Zoll-Leichtmetallrädern. Auf Wunsch gibt’s auch 20-Zöller. Und Privacy Verglasung ist ohne Aufpreis buchbar.

Unter der Haube

Zu dem Volvo C40 Recharge Pure Electric gibt es keinen Bruder mit Verbrennermotor. Dieses Modell wird ausschließlich als Elektrofahrzeug vertrieben. Der leistungsstarke Elektroantrieb „Electric Twin“ wird befeuert durch zwei E-Motoren mit jeweils 150 kW (204 PS) Leistung und 330 Nm Drehmoment, in Summe also einer Leistung von 300 kW (408 PS). Die Lithium-Ionen-Batterie verfügt über maximal 400 Volt Betriebsspannung und 78 kWh Speicherkapazität Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft der kleine Schwede in 4,7 Sekunden. Und wie auch bei allen anderes Volvo-Modellen beträgt die Höchstgeschwindigkeit 180 km/h. Das Fahrzeug bietet permanenten Allradantrieb.

volvo c40 seitenansicht
© NOT TOO OLD

Das Interieur

Hier checken wir die verbauten Materialien, die Konnektivität und das Platzangebot für Passagiere und Gepäck.

Nahezu 100 % vegan

Der Volvo C40 ist das erste Volvo Modell, bei dem im Interieur komplett auf Leder verzichtet wurde. Und es sind auch keine Ledersitze optional zu bekommen. Ganz vegan ist der Crossover nur deshalb nicht, weil in den Sitzen noch Wolle verwendet wurde. Aber alles in allem ist das ein zukunftsweisender Weg, da durch einen hohe Recycling-Anteil die nachhaltige Ausrichtung des Herstellers deutlich wird.

Der Volvo C40 Recharge Pure Electric verfügt über ein edles Interieur
© Volvo Cars

Platzangebot

Der Innenraum des Viertürers bietet Platz für fünf Insassen. Ausreichend Beinfreiheit und Ablagemöglichkeiten sorgen für stressfreies und komfortables Fahren, auch für Familien. Der Kofferraum bietet ein Volumen von 413 – 1.205 Litern. Da sorgt die dynamische Dachlinie mit abfallendem Heck für etwas weniger Platz. Dafür gibt es vorne unter der Motorhaube nochmal zusätzlich ein kleines Staufach.

Hey Google

Eins vorab: wer alle digitalen Helfer maximal nutzen möchte, der kommt an einem Google-Konto nicht vorbei. Nach der Anmeldung bietet sich ein fortschrittliches Bedienkonzept mit großem Touchscreen und dem Android Automotive Infotainmentsystem.

Volvo C40 Recharge Pure Electric 044
© Volvo Cars

Klar, Google setzt Standards bei Onlinediensten wie Google Maps oder der Sprachsteuerung. Daher ist es nachvollziehbar, dass diese Systeme auch in die Fahrzeuge einziehen. Neben der Induktionsladefläche für Smartphones bietet sich über den Touchscreen Zugriff auf das Infotainmentsystem. Der Sound schallt aus Boxen von Harmon Kardon und über den Google Play Store lassen sich etliche Apps auf den Screen laden. Nicht jeder freut sich über die dadurch entstehende Transparenz und Verpflichtung zur Google-Nutzung.

Aber wer sich drauf anlässt, bekommt reichlich Komfort geboten und kann sogar von Zuhause die Klimaanlage vor dem Losfahren anwerfen. Oder aus dem Auto seine über Google gesteuerten Smart-Home-Geräte bedienen. Over-the-Air-Updates sorgen ähnlich wie bei Handy-Apps für schnelle und unkomplizierte Aktualisierungen und halten das Fahrzeug technisch „up to date“. Eine SIM-Karte ist nicht nötig.

volvo c40 kofferraum
© NOT TOO OLD

Ergänzt wird die Bedienung durch die Volvo Cars App. Darüber lässt sich der aktuelle Ladestand der Batterie anzeigen oder beim Ladevorgang eine Prognose anzeigen, wann die Batterie den zuvor eingestellten Ladestand erreichen wird.

Auf der Piste

Hier lautet das Prinzip „Einsteigen und Losfahren“. Einen Startknopf gibt es nicht. Einfach den Fuß auf die Bremse und einen Gang einlegen. Dank einstufigem Automatikgetriebe und „One Pedal Drive“ lässt sich der Kompaktwagen optional nur mit dem Gaspedal fahren. Das Fahren selbst ist leise und im Spurt an der Ampel hat man die Nase auf jeden Fall vor den benzinbetriebenen Nachbarn.

Der tiefe Schwerpunkt sorgt für ausreichend Stabilität, die dank der geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung auch auf kurvigen Straßen erhalten bleibt. Durch den Allradantrieb ist nicht nur die Traktion gewährleistet, auch als Zugmaschine überzeugt der Volvo C40 Recharge mit einer Anhängelast von bis zu 1.800 Kilogramm.

volvo c40 rueckbank
© NOT TOO OLD

Sicherheit

Für viele Autofahrer ist das Thema Sicherheit sehr eng mit der DNA von Volvo verknüpft. Und das bestätigt sich auch bei der Ausstattung des Volvo C40 Recharge. Hier eine Übersicht der wichtigsten serienmäßigen Assistenz- und Sicherheitssysteme:

  • Automatisches Notbremssystem mit Fußgänger-, Fahrradfahrer- und Motorradfahrer-Erkennung
  • Notbremsassistent für Kreuzungen
  • Aktiver Spurhalte-Assistent
  • Road Edge Detection
  • Oncoming Lane Mitigation verhindert Kollisionen
  • Run-off Road Protection zum Insassenschutz
  • Cloud-basierte Sicherheitssysteme warnen vor Glatteis und Gefahrenstellen
  • Front-, Seiten- und Kopf-Schulter-Airbags
  • Volvo on Call Notrufsystem

Das ist aber nur ein Auszug der verfügbaren Sicherheitsfeatures. Für mehr Schutz und Komfort wurde noch deutlich mehr berücksichtigt.

volvo c40 display
© NOT TOO OLD

Reichweite und Ladezeiten

Wie sieht es mit der Alltagstauglichkeit des Volvo C40 aus? Wir haben ein paar Infos zur Reichweite und Ladezeit.

Reichweite

Laut Hersteller bringt es der Volvo C40 Recharge auf eine Reichweite von Reichweite von 415-444 Kilometer, die sich innerorts sogar auf 541-578 Kilometer steigern lässt. Natürlich sind das Maximalwerte. Wenn ihr die Klimaanlage, Sitz- und Lenkradheizung auf Dauerbetrieb laufen lasst, dann senkt sich die Reichweite. Allerdings ist dieses Modell immer noch die perfekte Lösung für das tägliche Pendeln zur Arbeit und den Einsatz als Daily Driver. Dafür reicht die Batterieladung locker ein paar Tage oder sogar Wochen.

Und wenn ihr dann mal in den Urlaub wollt, könnt ihr mit Kaffeepausen und ein paar Ladestopps auch größere Strecken zurücklegen. Das clevere Navi berechnet euch dann die optimalen Ladepunkte und -zeiten.

Volvo C40 Recharge Pure Electric aufladen
© Volvo Cars

Ladezeiten

Bei dem Volvo C40 ist das Gleichstrom-Schnellladen mit bis zu 150 kW möglich. Wie bei den meisten Batterien ist auch hier die Ladung bis auf 80 Prozent sinnvoll, weil sich die Ladezeit darüber hinaus überproportional steigert. Bei einer Batterieaufladung mit DC Gleichstrom von 10 auf 80 Prozent gibt der Hersteller bei 150 kW eine Dauer von 37 Minuten und bei 50 kW mit 68 Minuten an.

Mit AC Dreiphasen-Wechselspannung von Null auf 100 Prozent beträgt die Batterieaufladezeit je nach Ampere-Zahl zwischen 8 und 22 Stunden.

Die Anschaffung

Den Volvo C40 Recharge Pure Electric gibt es ab 45.280 Euro. Und tatsächlich steckt in der Basisversion schon fast alles an Ausstattungsmerkmalen drin, so dass es eigentlich gar nicht so viele Möglichkeiten gibt, das Auto noch individueller und somit teurer werden zu lassen. Wenn ihr das Fahrzeug aber nicht direkt kaufen wollt, könnt ihr es über den Service Care by Volvo auch in einem „All Inclusive“-Abo mieten. Bis auf das Tanken ist alles in dem Paket enthalten. Für den Volvo C40 Recharge startet der monatliche Preis bei 609 Euro.
Mehr Infos findet ihr online unter Care by Volvo.

2022 02 04 10.58.48
© NOT TOO OLD

Fazit

Volvo treibt die Elektrifizierung voran und will ab 2030 nur noch Elektroautos verkaufen. Mit dem Volvo C40 Recharge Pure Electric wird dieser Weg eingeläutet. Und auch wenn die agile und sportliche Fahrweise in Verbindung mit der schönen Optik und dem umfangreichen Platzangebot bereits überzeugt, werde ich noch auf den Kombi als Elektrofahrzeug warten. Denn seit jeher steht der Volvo V90 bei mir persönlich ganz oben auf dem automobilen Wunschzettel.

Das Fahren eines reinrassigen Elektroautos fühlt sich auf jeden Fall gut an. Spritpreise sind dem Fahrer schnurz und es qualmt auch nicht aus einem Auspuff. Die oft beschriebene Reichweitenangst sollte bei über 400 Kilometern nun auch Geschichte sein. Daher sind wir gespannt auf die weiteren Modelle.

Und wer bis hier gelesen hat, der möchte vielleicht auch noch wissen, was es mit der Überschrift auf sich hat. „Electric Avenue“ ist ein Lied von Eddy Grant aus dem Jahr 1982. Und ich fand es einfach passend zu dem Volvo C40 Recharge. Ihr ja vielleicht auch…

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Letzte Beiträge

Essstörungen gibt’s auch bei älteren Männern

Corona setzt uns nun schon seit über zwei Jahren zu. Die Pandemie hinterlässt allerdings nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen tiefe Spuren. Auch...

Shaved Balls of Fire – dank Manscaped

Männer und Haare, das ist ja so ein Thema. Manscaped hilft dabei, den ultimativen Style in die Körperbehaarung zu bringen. Mit zunehmendem Alter...

NTO Podcast #23 mit Fabian Soethof über die bunten 90er

Als Best Ager haben wir schon einige Dekaden hinter uns, die einen besonderen Einfluss auf das "Älterwerden" hatten. Was aber ist von den Neunzigern...

Luxusuhren und Generationen – 5 spannende Fakten

Wir sind ja sehr für Gleichberechtigung und finden Gendern wichtig für ein modernes Denken. Und trotzdem gibt es Themen, die triggern oft eigentlich nur...

9 Mythen rund um die Allergie – wir decken auf

Mit dem Frühling und dem Aufblühen vieler Pflanzen startet für alle mit Heuschnupfen eine gesundheitlich anstrengende Zeit. Mit einer Allergie können Menschen aber auch...