5 Tipps zum Grillen – mehr als Fleisch und Kohle

Ein warmen Wochenende steht vor der Tür. Für viele von euch sicherlich ein Anlass, endlich mal wieder zu grillen und den Grill aus dem Winterschlaf zu wecken. Klar, es gibt auch ein paar unverdrossene Ganzjahresgriller. Aber der Großteil wartet doch eher auf Temperaturen, bei denen man auf die Winterjacke verzichten und vielleicht sogar draußen essen kann. Damit der Start nach der langen Pause gelingt, haben wir ein paar grundlegende Tipps zum Grillen für euch gesammelt.

1. Grillen auf dem Balkon – erlaubt oder verboten?

Die wenigsten von euch werden einen eigenen Garten oder einen Schrebergarten ihr Eigen nennen, in dem sie tun und lassen können, was sie wollen. Klar neben ihr auch von der eigenen Wiese schnell mal die Nachbarn ein, aber das sollte eigentlich auch mitten in der Großstadt niemanden so richtig stören. Bestenfalls grillen die angrenzenden Bewohner ja ebenfalls. Seid ihr aber Mieter einer Wohnung mit Balkon und wollt euer Grillgut nicht in einen Park schleppen, dann gilt für euch das, was im Mietvertrag steht. Die Rechtslage ist hier gar nicht eindeutig, aber es gibt kein Grundrecht auf Grillen.

Gesetzliche Regelungen gibt es im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und dem Nachbarrechtsgesetz. Nachbarn sind zur gegenseitigen Rücksichtnahme verpflichtet. Konkrete Regeln oder Vorgaben zum Grillen gibt es im Miet- und Wohnungsrecht aber nicht. Viele Gerichtsverfahren zeigen, dass Grillen grundsätzlich geduldet werden sollte, wenn man es nicht übertreibt. Und auf dem Balkon einer Mietwohnung ist das Grillen grundsätzlich erlaubt, wenn es nicht durch den Mietvertrag verboten wird. Also checkt euren Vertrag, bevor ihr die Glut entfacht. Zur Vermeidung von Ärger empfehlen wir auf dem Balkon eh einen Gas- oder Elektrogrill, denn meist sorgt der Rauch für den Ärger mit Nachbarn. Und den könnt ihr so reduzieren.

Grillen mit einem E-Grill wie dem Weber Pulse reduziert den Rauch auf dem Balkon
Ein Elektrogrill wie der Weber Pulse reduzieren den Rauch auf dem Balkon // @ NOT TOO OLD

2. Kohle-, Elektro- oder Gasgrill?

Wenn wir schon beim Thema sind, dann schauen wir, worin sich Kohle-, Elektro- und Gasgrill noch unterscheiden. Pauschal lässt sich nicht beantworten, welche Methode die Beste ist, denn es gibt verschiedene Faktoren, die bei der Bewertung eine Rolle spielen. Zuerst einmal der Geschmack des Grillguts. Da ist natürlich entscheidend, was bei euch auf dem Rost landet. Wir sollten aber auch Aspekte der Umwelt, der Gesundheit und der Belästigung der Nachbarn nicht unberücksichtigt lassen. Daher fassen wir hier mal die wesentliche Aspekte pro Variante zusammen:

Grillen mit dem Gasgrill

Gefühlt hat diese Methode dem Grillen mit Kohle in den letzten Jahren den Rang abgelaufen. Der Gasgrill ist eine oft wuchtige und teure Variante, dessen richtige Bedienung in Kursen gelehrt wird. Einsteiger starten auch oft mit einem kleineren Gas Kugelgrill. Und der Vorteil liegt auf der Hand: einfach nur die Gasbuddel öffnen, den Brenner starten und auf die richtige Temperatur warten. In der Zeit könnt ihr euch das obligatorische Grill-Bier aufmachen. Ihr könnt die Temperatur zwischen 80 und gut 300 Grad variieren und mit einem eingebauten Thermometer überprüfen. So könnt ihr mit verschiedenen Temperaturen oder der indirekten Methode auf den Punkt grillen.

Vorteile sind das kontrollierte Grillen, der geringe Rauch und die Vermeidung von arg angebranntem Grillgut. Nachteile sind die erhöhten Anschaffungskosten, die sich im Laufe der Jahre aber amortisieren können. Und dann fehlen natürlich beim Gasgrill die rauchigen und holzigen Aromen, für die ein Kohlegrill automatisch sorgt. Inzwischen gibt es aber verschiedene Räucherpallets, die auch bei einem Gasgrill für Raucharoma sorgen. Und so richtig mobil seid ihr mit einem Gasgrill auch nicht, wenn ihr mal im Park oder am See grillen wollt. Wir sind vor ein paar Jahren auf einen Gasgrill umgestiegen und haben es bisher nicht bereut.

Weber Gasgrill Thermometer
Das Thermometer am Gasgrill zeigt die Temperatur // @ NOT TOO OLD

Grillen mit dem Kohlegrill

Sicherlich ist das Grillen mit Kohle oder Briketts die Urform des Grillens. Und daher gibt es immer noch eine große Fanbase, die auf echte Glut schwört. Wahrscheinlich fühlt sich das gerade für die Kerle immer noch sehr männlich an, ein Feuer zu entfachen und später darauf ein Essen zuzubereiten.

Vorteile sind die leckeren Aromen, die eben nur mit echtem Feuer entstehen. Und in der Anschaffung ist ein Kohlegrill auch immer noch die günstigste Variante. Nachteile sind sicherlich die längere Vorbereitung und die Belästigung der Nachbarn. Insbesondere dann, wenn ihr falsche Brandbeschleuniger nutzt oder direkt sehr fettige Sachen auf den Rost legt. Das kann übrigens auch zum Freisetzen von Giftstoffen führen, daher sind beim Kohlegrill immer Grillschalten oder Alufolie zu empfehlen. Die Hitze lässt sich mit dem Kohlegrill auch schwerer regulieren als bei den Alternativen. Wenn ihr mit Kindern grillt oder auf einer Wiese steht, dann müsst ihr mit der Glut und der Hitze auch besonders sorgsam umgehen, hier lauern Gefahren.

Grillen mit dem E-Grill

Tatsächlich empfinden viele Leute den E-Griller noch als Schimpfwort, denn mit dem Gerät am Strom bleibt recht wenig übrig vom ursprünglichen und rauen Prozess der Zubereitung. Viele Stadtmenschen wissen diese Form des Grillens mittlerweile aber sehr zu schätzen. Vorteile sind der flexible Einsatz und der geringe Stromverbrauch. Ihr braucht keine Gasflasche und keine Kohle. Und die Anschaffungskosten sind geringer als bei einem Gasgrill. Die Geräte lassen sich leicht reinigen und ihr nervt die Nachbarn so gut wie gar nicht. Nachteile sind sicherlich das fehlende kernige Grillgefühl und die Röstaromen. Und im schlimmsten Fall habt ihr auf dem Balkon oder im Schrebergarten keine Steckdose in der Nähe.

Grillen auf dem wahrscheinlich kleinsten Grill der Welt
@ Sincerely Media (Unsplash)

3. Ist das Grillen schlecht für die Umwelt?

Wir wollen unseren Kindern eine gute Welt hinterlassen, daher dürfen Umweltaspekte auch beim Grillen nicht unberücksichtigt bleiben. Pauschal lässt sich das aber gar nicht beantworten, denn es schließt an den vorherigen Punkt an. Für die Umwelt ist entscheidend, ob ihr einen Gasgrill, Kohlegrill oder E-Grill nutzt.

Wie zu erwarten sorgt das Grillen mit Holzkohle für die höchste Belastung für Natur und Gesundheit. Die Emissionen vom Kohlegrill sorgen für dreimal mehr CO2 als mit dem Gasgrill. Durch Grillanzünder kommen weitere umweltbelastende Schadstoffe dazu. Diese landen übrigens auch im Grillgut, wenn ihr nicht abwartet, bis der Anzünder komplett verbrannt ist. Wer also die Umwelt und die eigene Gesundheit schützen will, sollte elektrisch oder mit Gas grillen. Der Elektrogrill ist die beste Lösung für die Umwelt, der Gasgrill bietet einen guten Mix aus dem Grillerlebnis und Umweltschutz. Und nicht zuletzt ist die meiste Grillkohle auch nicht nachhaltig und hat lange Transportwege hinter sich.

4. Vegetarisch grillen

Mittlerweile ernähren wir uns, wie viele andere auch, fast komplett vegetarisch. Und während es für mich vor ein paar Jahren noch undenkbar erschien, mir einen Klotz Tofu auf das Grillrost zu packen, haben wir im letzten Jahr einige komplett fleischlose Grillsessions durchgeführt. Zuerst einmal lässt sich Gemüse wie Süßkartoffeln, Auberginen, Maiskolben oder Paprika ganz prima auf dem Gasgrill zubereiten. Dazu gibt’s Kräuterbrot oder Grillkäse.

Aber es gibt auch diverse Unternehmen, die Produkte für das vegetarische Grillen auf dem Markt schmeißen. Denn viele Kunden, die auf Fleisch verzichten, möchten bei dem Grillgut auf dem Rost wenigstens einen Geschmack und eine mit Fleisch vergleichbare Konsistenz. Und so gibt es wirklich gute Würstchen oder Patties für den Veggie-Burger, die geschmacklich schon dicht am fleischlichen Original landen. Da müsst ihr einfach mal durchprobieren, was euch zusagt. Und wenn ihr lieber Fleisch grillt, dann kauft bitte gute Bio-Qualität, am besten beim Schlachter.

Grillen geht auch vegetarisch
@ Daniel Hooper (Unsplash)

5. Alternativen zu Fisch, Fleisch und Gemüse

Mittlerweile ist alles erlaubt, was ihr mit Hitze garen könnt. Denn im Zubehörshop findet ihr auch Grillplatten, Grillschalen und andere Gefäße und Unterlagen, um auch anderes Grillgut als Fleisch, Fisch und Gemüse zu garen. Ein saftiger Burger kann ebenso auf dem Grill entstehen wie eine leckere Pizza. Und ihr könnt auch mit dem Grill für einen süßen Abschluss sorgen, denn auch das Dessert gelingt über der Hitze. Mit Schokolade gespickte Banane ist ebenso lecker wie Ananas oder Pfirsich, den ich mit Zucker bestreut und in einer Schale erhitzt.

Wir wünschen euch einen guten Start in die Grillsaison und werden das Thema immer wieder mal aufgreifen. Denn auch über Marinaden, Spieße, Fisch, Obst, das richtige Würzen und passende Getränke lässt sich noch eine ganze Menge berichten. Und auch zur Ernährung findet ihr noch mehr bei im Magazin. Lasst es euch schmecken!

Linktipps

Gasgrillsbei Amazon
E-Grillsbei Amazon
Kohlegrillbei Amazon
Auf dem BalkongrillenBußgeldkatalog

Titelbild: @ T. Q. (Unsplash)

Kai 10 1
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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