E-Auto im Alltagstest – Urlaub mit dem Skoda Enyaq iV 80

Uns allen ist bewusst, dass die fossilen Stoffe endlich sind und die Verbrenner keine Zukunft haben. Und während wir uns an E-Autos als City-Flitzer zum Beispiel über Carsharing gewöhnt haben, ist gerade die Reichweite und die Ladesituation für viele noch ein Problem bei der Kaufentscheidung. Wir wollten es genau wissen und sind mit dem Škoda Enyaq iV 80 für neun Tage von Hamburg in die Niederlande gefahren. Hier ist unser Alltagstestbericht.

Auf dieser über 1.1150 Kilometer langen Testfahrt mit dem Škoda Enyaq iV 80 ging es insbesondere um den Check der Alltagstauglichkeit eines E-Autos. Aber natürlich wollen wir das Modell auch vorstellen. Denn das elektrische SUV des tschechischen Automobilherstellers ist in drei Varianten und auch als Coupé erhältlich und soll den Kunden die Entscheidung für ein Elektrofahrzeug erleichtern. Schauen wir also, was unser Top-Modell, der Škoda Enyaq iV 80, zu bieten hat.

Der Škoda Enyaq iV 80 macht optische eine gute Figur.

Erster Eindruck

Wie von einem SUV gewohnt, wirkt der Škoda Enyaq iV 80 recht wuchtig und trotzdem sportlich. Die Lackierung in Arctic-Silver Metallic wirkt frisch und modern, auch wenn ich von den acht verfügbaren Tönen wahrscheinlich etwas dezenteres gewählt hätte. Gratis gibt’s nur Energy-Blau, alle weiteren Metallic-Lackfarben schlagen mit 620 bis 1.030 Euro zu Buche. Ansonsten beinhaltet die Serienausstattung bereits eine Vielzahl nützlicher Features.

Der Konfigurator auf der Hersteller-Website bieten außerdem eine Vielzahl an Ausstattungspaketen für mehr Sicherheit, für Familien oder auch für optische Highlights. Felgen zwischen 19 und 21 Zoll verleihen auf Wunsch noch etwas mehr Sportlichkeit. Durch Privacy-Verglasung und die kleinen Spoiler ist der 4,65 Meter lange Škoda Enyaq iV 80 optisch gelungen.

Für den Škoda Enyaq iV 80 gibt's etliche Design-Pakete für noch mehr Style.

Innenraum

Kaum ein Hersteller bietet so viel Platz im Innenraum wie Škoda. Hier können vier erwachsene Passagiere ganz easy Platz finden, ohne irgendwo anzustoßen. Etliche Ablagefächer sorgen auch auf langen Strecken für viel Komfort. Und die Regenschirme in den Türen passen zum Claim „simply clever“. Selbst das Lenkrad und die hinteren Sitze können beheizt werden. Allerdings zieht das natürlich immer zusätzlichen Strom aus der Batterie.

Cockpit

Der Fahrer blickt auf recht reduzierte digitale Infos hinter dem Lenkrad, beschränkt auf Infos zur Navigation, Geschwindigkeit, aktive Assistenten und Ladestand der Batterie. Herzstück ist das große Display in der Mitte des Armaturenbretts, über das alle Fahrzeug- und Reiseinfos abgerufen und angepasst werden können.

skoda enyaq iv 80 cockpit

Kofferraum

Mit 585 Litern Ladevolumen im Kofferraum bietet der Škoda Enyaq iV 80 mehr Platz als die meisten vergleichbaren Konkurrenz-Modelle. Die Rückbank lässt sich zweigeteilt klappen, um bis 1.710 Liter unterzubekommen. Das ist im wahrsten Sinne großartig. Unter dem Ladeboden befinden sich im Normalfall auch die Ladekabel. Die solltet ihr eventuell rausnehmen, bevor ihr den Kofferraum für den Urlaubstrip bis unters Dach befüllt.

Eine elektrische Heckklappe, etliche Haken und Cargoelemente helfen dabei, die Ladung stets optimal zu verstauen.

skoda enyaq iv 80 kofferraum

Konnektivität

Solltet ihr euch bisher noch nicht mit den Diensten von Android Auto oder Apple Carplay befasst haben, so wäre ein neues E-Auto sicherlich ein perfekter Anlass. Denn so zaubert ihr mit nur einem Klick euer Smartphone auf den 13 Zoll großen Bildschirm und habt Zugriff auf Musikdienste, Navigation und natürlich auch auf das Web und eure Nachrichten.

Fahrverhalten

Für so einen Boliden fährt der Škoda Enyaq iV 80 überraschend leise. Klar, er ist kein Sprinter, sondern ein entspannter Cruiser, auch mit 204 PS. Die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h haben wir nur einmal kurz abgecheckt, ansonsten sind wir auf der Bahn mit verbrauchsoptimierten 120 km/h unterwegs gewesen. Verschiedene Fahrmodi sorgen für etwas mehr Spritzigkeit oder durch den Eco-Modus für mehr Reichweite. Im B-Modus des Automatikgetriebes nutzt ihr den Bremsvorgang zur Rekuperation, also Rückgewinnung der Energie. Alles in allem solltet ihr natürlich auch mit einem Verbrenner möglichst optimiert fahren. In einem E-Auto wird euch das noch etwas deutlicher.

skoda enyaq iv 80 android

Assistenten

Dank etlicher Fahrhilfen und Assistenten wird das Fahren im Škoda Enyaq iV 80 noch entspannter. Mit Distanzkontrolle, Tempomat und Spurhalteassistent könnt ihr – natürlich nur zum Ausprobieren – fast schon autonom fahren. Ein Signal weist darauf hin, die Hände wieder ans Lenkrad zu packen. Etwas schräg war die Verkehrsschilderkennung. Mit Tempomat auf 100 km/h beschleunigt das E-Auto plötzlich selbstständig, wenn ein 130 km/h-Schild passiert wird. Das gleiche passiert in die andere Richtung. Da sorgt ein Schild automatisch für einen Abbrems-Vorgang. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich auch gar nicht so schlecht. Immerhin sorgt das für eine vorschriftsmäßige Fahrt.

Darüber hinaus sind Assistenten wie der Frontradarassistent mit City-Notbremsfunktion, Parksensoren vorne und hinten, Rückfahrkamera und etliche Airbags für noch mehr Sicherheit und Unterstützung im Alltag.

Reichweite und Ladezeiten

Auf der Testfahrt mit dem Škoda Enyaq iV 80 ging es uns, wie eingangs beschrieben, insbesondere um die Erfahrung rund um die Reichweitenangst und den Komfort beim Laden. Und da haben wir recht unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Zuerst einmal empfiehlt das Navi, wenn man ein Reiseziel eingibt, erforderliche Ladestopps.

skoda enyaq iv 80 navigation

Allerdings lassen sich die Stationen nicht nach Leistung filtern. Und darüber hinaus gibt es keine Information, ob die Ladesäulen auch wirklich verfügbar und unbesetzt sind. Daher haben wir die mobility+ App von EnBW genutzt. Darüber könnt ihr auch gleich abrechnen, wenn ihr keine Karte in der Tasche habt.

Auf der Hinreise haben wir an der niederländischen Autobahn eine Ladestation mit 300 kW Ladesäulen gefunden. So waren wir nach etwas über einen halben Stunde wieder bei 80 Prozent. Das Auto „zwingt“ einen quasi zu eh sinnvollen Pinkel- und Kaffeestopps. Wenn denn alles funktioniert.

skoda enyaq iv 80 laden

Negative Erfahrungen in Sachen Laden gab es auch. Bei einer in der App ausgewählten Power-Ladestation waren alle vier Säulen kurzfristig außer Betrieb. Die Suche nach einer Alternative in der naheliegenden Stadt führte uns zu zugeparkten Ladesäulen oder so Ladeplätzen, die gar keine waren. Da steigt dann die Nervosität, wenn sich die Balken langsam der Null nähern. Aber am Ende hat es immer geklappt.

Am Wohnort hatten wir eine 11 kW Ladesäule in der Nähe. Das ist mit Hausstrom zwar die schwächste aller verfügbaren Lademöglichkeiten. Aber wir konnten dort über Nacht parken und waren so am nächsten Tag auch wieder komplett aufgeladen. Grundsätzlich erfordert ein E-Auto (noch) in Sachen Aufladung etwas mehr Planung als ein Benziner, weil die Ladepunkte eben begrenzt sind und gerade auf einer Urlaubsfahrt zur Reiseplanung passen müssen. Aber alles in allem war es dann doch nie ein Problem und recht entspannt.

skoda enyaq iv 80 front

Als Faustregel gilt: wenn es unterwegs schnell gehen soll, dann sollten Ladesäulen mit mindestens 100 kW angesteuert werden. Wenn die Zeit kein Faktor ist, dann geht es länger und günstiger auch an allen anderen Säulen.

Kosten

Gucken wir mal, was man in der Kasse haben sollte, wenn man sich für einen Neuwagen interessiert.

Anschaffung

Der Basispreis für den Škoda Enyaq hängt von der Variante ab. Der Škoda Enyaq iV 50 mit 148 PS startet bei 34.600 Euro, der Škoda Enyaq iV 60 mit 180 PS geht bei 39.650 Euro los und unser Škoda Enyaq iV 80 benötigt mindestens 44.750 Euro. Unser Testfahrzeug brachte es durch das „Ausstattungspaket First Edition“ und die „Design Selection Suite“ auf 57.499,99 EUR. Kein echtes Schnäppchen, aber trotzdem eine Menge Auto für diesen Preis.

Versicherung

Versicherungen haben rund um Elektrofahrzeuge mittlerweile eigene Tarife entwickelt. AdmiralDirekt bietet mit der E-Auto-Versicherung einen umfassenden Schutz für Elektroautos, bei dem auch Akkus, Wallboxen und Ladekabel mit abgesichert sind. Neben der Haftpflichtversicherung als Basis lässt sich der Tarif auf eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung erweitern.

skoda enyaq iv 80 fazit

Kosten pro Kilometer

Spannend wird der Vergleich des Stromers mit einem Verbrenner. Nach unserer Urlaubstour mit drei Personen und vollem Kofferraum kamen wir auf eine Reichweite von etwas über 400 Kilometern und einen Verbrauch von 18.4 kW/h auf 100 Kilometer. Die Kosten pro Kilowattstunde betragen je nach Anbieter zwischen 30 und 55 Cent. So kosten uns 100 Kilometer im Škoda Enyaq iV 80 je nach Ladesituation zwischen 5,50 und 10,12 EUR und somit deutlich unter den Preisen für einen Verbrenner. Und das nicht nur bei den aktuell überteuerten Benzinpreisen.

Fazit zum Škoda Enyaq iV 80

Eins gleich vorab, denn Auto fahren ist ja auch immer eine Sache der Emotionen. Und es fühlt sich einfach gut an, ein E-Auto zu fahren. Da ist zum einen dieses leise Dahingleiten ohne Schaltvorgänge, was für Fahrspaß sorgt. Außerdem lässt man Tankstellen links liegen und bläst auch keine schädlichen Abgase in die Luft.

Darüber hinaus bietet der Škoda Enyaq iV 80 ziemlich viel Platz und Komfort. Er ist voll connected und sorgt für entspannte und sichere Fahrt. Somit ist er eine Empfehlung für SUV-Fans, die ein Alltagsauto brauchen und auch mal mit Sack und Pack in den Urlaub düsen wollen. Denn mit 400 Kilometern Reichweite und einer Ladezeit deutlich unter einer Stunde sind auch lange Touren kein Problem mehr. Wenn man so fährt, als würde es auch in Deutschland schon ein Tempolimit geben. Denn das Rasen ist unwirtschaftlich.

skoda enyaq iv 80 seitenlinie

Da die Anschaffung eines Fahrzeugs für die meisten Privatpersonen ja eine langfristige Entscheidung ist, sind sicherlich auch die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten spannend. Infos dazu gibt es auf der Website des Herstellers. Und hier gibt es weitere Beiträge rund um die Mobilität.

Fotos © NOT TOO OLD magazin

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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