Heuschnupfen – Tipps im Kampf gegen die Pollen

Grundsätzlich ist der Frühling eine schöne Jahreszeit. Die Tage werden länger, die Sonne kämpft sich durch die Wolken und die Winterjacke kann im Schrank eingemottet werden. Allerdings sorgen die warmen Tage bei über 12 Millionen Deutschen nicht nur für Begeisterung, denn der nun startende Pollenflug verursacht bei Patienten mit Heuschnupfen sehr lästige Reaktionen. Wir haben ein paar wertvolle Tipps für alle, die unter Heuschnupfen leiden.

Hauptsaison für die Allergie ist üblicherweise der Zeitraum von April bis August. Aber je nach Wetterlage und Temperaturen können die Symptome auch schon deutlich früher zu Tage treten. Denn schon eine warme Woche wie jüngst mit bis zu 20 Grad lassen Gräser und Pollen sprießen. Und so gibt es schon jetzt juckende Augen, Halskratzen und Atembeschwerden mit heftigen Niesern. Im April und Mai wird sich das durch die Pollenbelastung noch steigern, denn dann blühen Birken, Eichen, Eschen und Flieder. Der Anteil der Betroffenen steigt von Jahr zu Jahr. Gründe dafür sind die steigende Pollenkonzentration in der Luft, aber auch der westliche Lebensstil und unsere Ernährung.

Gefährliche Selbstdiagnose

Menschen mit Heuschnupfen spielen diese Erkrankung oft herunter und meinen, sich einfach durchkämpfen zu müssen. Bewaffnet mit Nasenspray und Taschentüchern schnauben sie sich durch den Frühling. Das ist gefährlich, denn der Heuschnupfen ist eine chronischen Entzündung, die bei falscher Behandlung zu allergischem Asthma führen kann. Daher ist der Weg zum Doc zu empfehlen, um erstmal eine Diagnose zu bekommen und die Schwere der Erkrankung einzuschätzen. Der Arzt kann dann passende Medikamente wie abschwellendes Nasenspray, Augentropfen, Hyposensibilisierung mit Spritzen oder tägliche Pillen empfehlen oder verschreiben. 

Heuschnupfen zuhause lindern

Schon in den eigenen vier Wänden, in denen ihr euch aktuell ja verstärkt aufhaltet, kann etwas getan werden. Nach jahrelangem Hin und Her hat sich herauskristallisiert, dass kurzes Stoßlüften am frühen Morgen die Belastung verringert. Sinnvoll ist dabei ein Pollenschutzgitter vor dem Fenster.
Viele Textilien wie Teppiche und Stoffe sind Staubfänger und fördern den Heuschnupfen durch Pollen. Außerdem sollte im Schlafzimmer auf Pflanzen verzichtet werden.
Und auch wenn es medizinisch noch nicht bestätigt ist, sorgt duschen und Haare waschen am Abend für ein besseres Gefühl. Die Klamotten des Tages solltet ihr aus dem Schlafzimmer verbannen.

Oft hilft gegen Heuschnupfen nur Medizin
© Capri23auto (Pixabay)

Medikamente gegen Heuschnupfen

Wenn die Hausmittel nicht reichen, müssen stärkere Geschütze ran. Eine Nasendusche mit Salzlösung lindert die Symptome ebenso wie Nasensprays oder Augentropfen. Sind die Augen gereizt, hilft eine kalte Kompresse.
Die Steigerung sind Antihistaminika als Tablette, Nasenspray oder Augentropfen. So wird die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin abgeschwächt, welches für die typischen Symptome der Pollenallergie verantwortlich ist.
Oft empfehlen Ärzte auch Nasensprays mit Cortison. Die waren lange in Verruf, führen aber bei lokaler Anwendung in der Nase zu keinen gefährlichen Nebenwirkungen.
Wenn ihr diese Keulen anwendet, kann das aber den Geldbeuten belasten. Denn Cortison-Spray und Antihistaminika werden nur in Ausnahmefällen von den Krankenkassen übernommen.

Hyposensibilisierung

Wer massiv unter Heuschnupfen leidet und tiefer ansetzen will, der kann eine Hyposensibilisierung durchführen. Die dauert mehrere Jahre und bekämpft nicht die Symptome, sondern die Ursache. Das Immunsystem des Patienten wird durch Spritzen oder Tabletten an die Allergene gewöhnt. Das lässt den Heuschnupfen nicht verschwinden, sorgt aber meist für einen milderen Ausbruch der Allergie. Es kann allerdings passieren, dass die Wirkung nachlässt und die Hyposensibilisierung nach einigen Jahren wiederholt werden muss.

Apps rund um Heuschnupfen

Wer sich einen Überblick verschaffen und ein digitales Frühwarnsystem gegen den Pollenflug einrichten möchte, der findet im App-Store seines Smartphones eine Vielzahl an Apps rund um Heuschnupfen. Nicht verwunderlich ist, dass einige Pharmaunternehmen entsprechende Dienste kostenlos bereitstellen.

So hat zum Beispiel ratiopharm den Pollen-Radar im Angebot. Diese App erkennt den Standort des Smartphones und liefert aktuelle Informationen über den Pollenflug in seiner der entsprechenden Region. Es gibt eine 7-Tage-Vorhersage für die gängigsten Baum-, Gräser- und Blütenpollen, aus denen der Nutzer die für ihn relevanten Pollen auswählen und den Rest ausblenden kann.

Auch Hexal bietet mit der Pollenflug-App ein Angebot für Allergiker. Diese App veröffentlich mehrfach täglich aktualisiert den Pollenflug für 15 allergieauslösende Pflanzen, die Heuschnupfen verstärken. Über eine Alarmfunktion kann sich der Nutzer benachrichtigen lassen, wenn ein starker Pollenflug zu erwarten ist.

Die App „Klara“ liefert standortbezogene Werte und Vorhersagen zu Pollenflug, Wetter und Luftqualität. Nutzer können sich registrieren und ein eigenes Allergie-Tagebuch führen. Darüber finden sich möglicherweise Rückschlüsse zu den persönlichen Heuschnupfenauslösern wie Gräser, Kräutern und Bäumen.

Wir hoffen, dass ihr einigermaßen beschwerdefrei durch die nächsten Monate kommt. Übertreibt es nicht mit dem Sport an der frischen Luft, wenn ihr unter Heuschnupfen leidet. Und passt weiter auf euch auf!

Linktipps

App „Pollen-Radar“Android // Apple
App „Pollenflug“Android // Apple
App „Klara“Android // Apple

Titelbild © Dragana Gordic (Shutterstock)


Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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