HomeKÖRPERGesundheitAchtung, Pollen - "Mittelalte" leiden verstärkt unter Heuschnupfen

Achtung, Pollen – „Mittelalte“ leiden verstärkt unter Heuschnupfen

Mittlerweile ist fast ganzjährig Pollensaison, außer im tiefsten Winter blüht fast immer irgendwas. Aber gerade mit dem Einzug des Frühlings sorgen steigende Temperaturen, blühende Blumen und sprießende Bäume für Schniefnasen. Denn was bei vielen Menschen für Frühlingsgefühle sorgt, ist für Allergikerinnen und Allergiker unter der Überschrift Heuschnupfen der Beginn einer Leidenszeit.

Die KKH Kaufmännische Krankenkasse hat Daten zu diesem Thema erhoben und dabei festgestellt, dass immer häufiger die Diagnose Heuschnupfen gestellt wird. Die Zahl der diagnostizierten Pollenallergiker:innen ist in den zehn Jahren von 2011 auf 2021 um 11,5 Prozent angestiegen. Und ich selbst kann da auch mitreden, denn ab Ende der Dreißiger litt ich auch plötzlich an Heuschnupfen und reagierte auf Nüsse oder einige Obstsorten. Die Allergie ist also nicht zwingend angeboren, sondern kann auch später ausbrechen.

Ältere Menschen immer anfälliger

Besonders auffällig ist die Verteilung von Heuschnupfen unter Berücksichtigung des Alters der Patient:innen. Denn insbesondere bei Erwachsenen mittleren Alters wurde in den vergangenen 10 Jahren häufig Heuschnupfen diagnostiziert. In der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen stieg die Zahl der Betroffenen um etwa ein Drittel, bei den 70- bis 74-Jährigen verdoppelte sie sich sogar fast. Das ist erwähnenswert, denn gerade für ältere Menschen sind Allergien eine zusätzliche Belastung für das Immunsystem.

…und dann kam Polly

Checken wir kurz, was beim Heuschnupfen passiert und warum diese unsichtbaren Pollen so gemein sind. Bei den Menschen, die unter dieser Allergie leiden, wird durch die herumfliegenden Baum- und Gräserpollen eine allergische Reaktion in den Schleimhäuten von Nasen, Bronchien und Augen ausgelöst. Als Reaktion darauf schüttet der Körper die sogenannten Histamine aus. Und die wiederum haben dann diese explosionsartigen Niesattacken, das lästige Augenjucken und eine laufende Nase zur Folge.

Wer den Heuschnupfen in einer noch stärker ausgeprägten Form hat, der kann auch unter grippeähnlichen Beschwerden wie Gliederschmerzen leiden und sich über einen längeren Zeitraum schlapp und müde fühlen. Wie lange die Symptome andauern, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Und wer noch gar nicht genau weiß, ob er auf Pollen, Gräser und Blüten reagiert und unter einem Heuschnupfen leidet, der kann das im Zweifel mittels eines Haut- und Bluttests bei einem Arzt oder einer Ärztin nachweisen. Das würden wir auch dringend empfehlen, denn ein schnelles Erkennen und entsprechende Maßnahmen sind sehr wichtig. Unbehandelt kann sich der Heuschnupfen im Laufe der Zeit verschlimmern und zu chronischem Asthma führen. 

Immer mehr Best Ager leiden unter Heuschnupfen
© Gustavo Fring (Pexels)

Begünstigt wird die Verbreitung des Heuschnupfens unter anderem durch die sich verändernden Umwelteinflüsse. Durch den Klimawandel hat sich die Pollensaison immer weiter verlängert. Bei vielen Betroffenen zeigen sich erste Allergiesymptome inzwischen bereits kurz nach dem Jahreswechsel und dauern bis in den Herbst hinein an, denn Pollen fliegen mittlerweile aufgrund der zunehmend milderen Temperaturen fast ganzjährig. Warme und trockene Sommer führen zudem dazu, dass Bäume stark blühen und die Pollenbelastung entsprechend hoch ist. Bleibt dann der Regen aus, fliegen besonders viele Pollen durch die Luft. Hinzu kommt, dass durch Wind bereits zu Boden gefallene Pollen wieder aufgewirbelt werden. Die Folge ist Dauerstress für Allergikerinnen und Allergiker.

Tipps gegen Heuschnupfen

Wer unter Heuschnupfen leidet, hat sicherlich immer ein paar Gegenmittel wie Nasenspray, Taschentücher und vielleicht auch Medikamente mit den Wirkstoffen Cetirizin oder Loratadin. Es gibt aber noch ein paar mehr Möglichkeiten für eine kurzfristige Linderung. Mit unseren Tipps können Heuschnupfengeplagte trotz Allergie gut durch den Alltag kommen und juckende Augen, trockenen Husten und Niesattacke bekämpfen: 

  • Vor einem Aufenthalt im Freien können Betroffene zum Beispiel über diese Website die Pollenflugvorhersage überprüfen und entsprechend berücksichtigen. Helfen tun auch diverse Apps.
  • Wichtig ist, die Pollen möglichst aus der Wohnung und vor allem aus dem Schlafzimmer herauszuhalten. Denn dort reizen sie nachts die Schleimhäute. Deshalb sollten Betroffene ihre Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen und vor dem Schlafengehen ihre Haare waschen. 
  • Richtig Lüften: Auf dem Land ist die Belastung durch Pollen in der Regel morgens am größten, in der Stadt dagegen am Abend. Daher sollten Allergiker:innen auf dem Land in den Abendstunden lüften und in der Stadt am frühen Morgen. Nachts sollten die Fenster geschlossen bleiben.
  • Eine Nasendusche kann dabei helfen, die Pollen aus der Nase heraus zu spülen. Gegen juckende Augen helfen kalte Kompressen, etwa ein feuchter Waschlappen.

© Simon Kadula (Unsplash)

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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