Auch in der Fastenzeit gilt: Fisch selten und nachhaltig essen

So langsam nähert sich der Frühling und damit die Grillsaison. Parallel dazu startet morgen am Aschermittwoch für viele Menschen die Fastenzeit. Dann ist Fleisch tabu. Fisch und Meeresfrüchte landen allerdings immer noch auf den Tellern und kompensieren für viele Deutsche sogar den Verzicht von Rind, Schwein und Huhn. Daher wollen wir hier darauf hinweisen, gerade auch bei Fisch auf die Herkunft und die Zertifizierung zu achten.

Vor einiger Zeit haben wir euch bereits die Doku „Seaspiracy“ vorgestellt, die mit dramatischen Bildern auf den Zustand in den Weltmeeren aufmerksam macht. Denn noch immer denken viele Unternehmen an den kurzfristigen Profit und scheren sich wenig bis gar nicht um die mittelfristigen Folgen um die Natur. Aber erstmal erklären wir, warum die Fastenzeit damit zusammenhängt.

Aschermittwoch und Fastenzeit

Mit dem Ende des Karnevals beginnt für gläubige Christen am Aschermittwoch eine 40-tägige Fastenzeit. Diese Phase dient als Vorbereitung auf Ostern, das Fest der Auferstehung von Jesus Christus. Ganz so strikt halten sich bis auf die Katholiken kaum noch Menschen an die Einschränkungen. In der katholischen Kirche gelten Aschermittwoch und Karfreitag immer noch als Fastentage, an denen nur eine fleischlose Mahlzeit erlaubt ist. Für den Rest der Zeit wird es empfohlen, auf Fleisch zu verzichten. Und so landen viele Menschen bei den Lebewesen aus dem Wasser. Ähnliches gilt für Vegetarier, die zwar kein Fleisch, aber weiterhin Fische und Meeresfrüchte essen. Die Entwicklung ist dramatisch.

veraenderung beim fischverzehr

Um nun aber während der Fastenzeit oder grundsätzlich bei der Ernährung nicht nur auf die eigene Gesundheit zu achten, sondern auch möglichst schonend mit der Umwelt umzugehen, sollten ein paar Dinge beachtet werden. Gerade bei dem Kauf von Fischprodukten ist es eigentlich recht einfach, denn es gibt das MSC-Siegel, an dem sich Konsumenten orientieren können.

Wer ist MSC?

Der Marine Stewardship Council (MSC) ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich auf der ganzen Welt für den Erhalt der Fischbestände einsetzt. Und so wurde unter anderem mit dem Zertifizierungsprogramm und dem MSC-Siegel der Schutz und die nachhaltige Nutzung der wertvollen Ressource vorangetrieben. Denn um dieses Gütesiegel nutzen zu dürfen, müssen die Anforderungen des weltweit anerkanntesten Umweltstandards für nachhaltige Fischerei erfüllt werden.

das msc siegel weist nachhaltigen fischfang aus
© Paul Einerhand (Unsplash)

Bitte bewusst und nachhaltig konsumieren

Gerade weil die Entwicklung wirklich dramatisch ist, sollten wir unser Konsumverhalten anpassen. Denn es spricht grundsätzlich nichts dagegen, Milliarden Menschen auf der ganzen Welt mit dem Potenzial der Ozeane zu versorgen. Mit Aufklärung und Rücksicht kann die Artenvielfalt trotzdem geschützt werden. Wie das geht? Insbesondere in den reichen Industrienationen wie Deutschland sollte der Fisch nicht als tägliche Nahrung verzehrt werden. Viel besser wäre, ihn als besondere Delikatesse zu verstehen. Auch und gerade in der Fastenzeit. Und wenn wir Fisch essen, dann sollte er unbedingt aus zertifiziert nachhaltiger Herkunft stammen.   

Fischkonsum steigt weltweit

Wie in dem oberen Bild zu sehen, steigt der jährliche globale Konsum, nicht zuletzt auch durch die wachsende Weltbevölkerung. Und die so zunehmende Nachfrage erzeugt einen immensen Druck auf alle Meere unseres Planeten. Heute ist mit steigender Tendenz bereits ein Drittel der weltweiten Bestände überfischt. Und das entwickelt sich immer deutlicher zu einem ernsten Problem. Der MSC begegnet der Überfischung bereits seit über 25 Jahren mit messbaren Ergebnissen.

Die Fangemenge an Fisch hat sich dramatisch erhöht


Seit Gründung der gemeinnützigen und international tätigen NGO (Non-Governmental Organisation) haben die mit dem MSC-Siegel zertifizierten Fischereien etwa 2.000 messbare Verbesserungen in den Weltmeeren bewirkt. Das betraf aber gar nicht nur den Fischfang direkt. Es wurden auch Seevögel und sensible Lebensräume geschützt, der Beifang reduziert, mehr Forschung betrieben, mehr Schutzgebiete geschaffen und durch bessere Kontrollen und effektiveres Management der Weg in eine bessere Nutzung der Ressource Fisch geebnet.

Es gibt auch kritische Stimmen in Richtung MSC, unter anderem von Greenpeace. Die sind unter anderem der Meinung, dass die Vergabekriterien noch nicht streng genug sind. Grundsätzlich erhalten nur die Betriebe das begehrte Siegel, die keine überfischten Bestände bearbeiten, das Ökosystem Meer nicht nachhaltig schädigen und über ein effektives Fischereimanagement verfügen, welches beispielsweise auf ökologische Veränderungen angemessen reagiert.

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Somit ist für euch als Verbraucher das MSC-Siegel ein sinnvoller erster Schritt, sorgsam mit der Umwelt und den Ressourcen umzugehen. Wir empfehlen weiter, Fisch nur in kleiner Dosis zu konsumieren. Die Meere und ihre Bewohner werden es euch danken.

Mehr Infos zum Marine Stewardship Council findet ihr auch bei Instagram, youTube und Facebook.

Titelbild © Harris Vo (Unsplash).

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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