Darts – spannender Kneipensport für Zuhause

One Hundred and Eighty!!! Wenn ihr euch bisher noch nicht mit Darts befasst habt, dann aber plötzlich auf Sport1 mal bei einer Turnierübertragung landet, dann wundert ihr euch vielleicht, warum die Fans Schilder mit einer „180“ in die Höhe halten und der „Caller“, also der Schiedsrichter, diese Zahl langgestreckt ins Mikro brüllt. Dann habt ihr gerade gesehen, wie ein Spieler mit drei Pfeilen einen perfekten Wurf hingelegt hat. Denn mehr als 180 Punkte lassen sich bei der gängigsten Spielart nicht erzielen. Ihr sollt aber gar nicht anderen beim Darts zuschauen, sondern euch selbst eine Scheibe aufhängen. Das ist gesellig, macht Spaß und hat sogar im weitesten Sinn etwas mit Sport zu tun.

Ich will aber ehrlich sein: Sport bedeutet für mich eine Art der Betätigung, bei der man ins Schwitzen kommt und sich auspowert. Daher ersetzt Darts nicht das Workout. Aber es ist gesellig und herausfordernd. So verwundert es nicht, dass die ersten Scheiben in englischen Pubs aufgehangen wurden, zu Beginn der 20. Jahrhunderts noch als Glücksspiel eingestuft. Da man allerdings durch Training und Können das Glück selbst in der Hand hat, wurde es zu einem Sport. Und so erfreut sich Darts in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit mit bekannten Stars, leider bisher fast ausschließlich männlich. Wenn Ihr auch mal Lust drauf habt, euer Talent unter Beweis zu stellen, braucht ihr nur das entsprechende Equipment.

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© Erik Mclean (Unsplash)

Die Dartscheibe

Eine Dartscheibe erinnert nicht zufällig an ein Wagenrad, denn tatsächlich wurden die anfänglich als Ziel benutzt. Auf der Dartscheibe sind die Zahlen von 1 bis 20. Jede Zahl hat einen schmalen äußeren Ring für den Faktor zwei und einen kleineren inneren Ring für den Faktor drei. Somit ist die dreifache 20 mit 60 Punkten die höchste Zahl. Das Bullseye in der Mitte zählt in Grün nur 25 und in Rot 50 Punkte.
Richtig hängen tut die Scheibe, wenn das Bulls Eye 173 cm vom Boden entfernt ist und ihr 273 cm entfernt von der Scheibe steht. Hängt sie aber am besten nicht direkt an eure beste Zimmerwand, denn mit Fehlwürfen zerstört ihr auch den Bereich um die Scheibe herum.

Richtige Abstände beim Dart
Grafik von © dart21.de

Die Dartpfeile

Das Angebot an Dartpfeilen ist riesig. Die richtige Auswahl hängt zuerst einmal von der Scheibe ab. Spiel ihr mit einem Automaten, dann benötigt ihr Dartpfeile mit Kunststoffspitze. Spiel ihr mit einer Scheibe aus Kork oder Sisal, dann sind Pfeile mit einer Metallspitze erforderlich. Die bekommt ihr zwischen 5 und mehreren hundert Euro. Ihr müsst aber nicht gleich mit Material wie Topspieler Michael van Gerwen starten. Um erstmal festzustellen, ob euch Darts überhaupt Spaß macht, reichen Pfeile für 20 bis 30 Euro.

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© Oliver Buchmann (Unsplash)

Spielarten beim Darts

Die Profis spielen 501. Bei dieser Spielart startet ihr mit 501 Punkten und müsst auf Null runterspielen. Das heißt, ihr müsst in jeder Spielrunde maximale Punkte erzielen. Theoretisch könnt ihr mit neun Würfen von 501 auf Null spielen, aber so ein „nine dart finish“ gelingt auch den Profis nur selten. Es gibt übrigens diverse Varianten, üblicherweise beendet man 501 mit einem Doppelwurf, also einem Treffer auf dem äußeren Ring. Als Anfänger müsst ihr das aber nicht.

Eine andere Spielart ist Cricket. Die bietet gerade Anfängern etwas mehr Abwechslung, denn es müssen bestimmte Zahlen je dreimal getroffen werden. Inklusive Bulls Eye. Das kann schon mal etwas dauern und muss auch sorgfältig notiert werden. Daher bietet sich Cricket besonders an, wenn ihr mit mehreren Leuten an einem Automaten spielt.

Darts ist Präzisionssport

Wie Anfangs erwähnt, kommt ihr beim Darts nur wenig ins Schwitzen. Es sei denn, ihr tragt auch so ein Polyester-Shirt wie die Stars. Und trotzdem ist es ein spannender Zeitvertreib, der mit mehreren Leuten ziemlich viel Spaß macht, nicht wirklich viel Equipment erfordert und trotzdem gut ist für Konzentration und Koordination. Daher gehört die Dartscheibe bei uns seit Jahren zur Freizeitbeschäftigung, auch mit den Kindern…

Linktipps

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Titelbild: © Immo Wegmann (Unsplash)

Kai Bösel
Kai Bösel (Jg. 1971) lebt als Patchwork-Papa mit der Familie in Hamburg. Neben NOT TOO OLD betreibt er auch das Väter-Magazin Daddylicious. Außerdem ist er Experte für Influencer-Marketing. Bisher hat er bereits fünf eigene Unternehmen gegründet, schreibt für diverse Print- und Online-Magazine, tritt als Speaker und Moderator auf und betreibt zu diesem Magazin auch einen Podcast. Nach Feierabend entspannt er beim Laufen oder Golf.

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